Gegen Ungarn soll die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden
Gegen Ungarn soll die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden
Den Rückenwind aus den beiden Vorrundensiegen gegen Schweden und Slowenien wollen die deutschen Handballer mitnehmen in die EM-Hauptrunde in Breslau. Am Freitag (18.15 Uhr, live im ZDF) geht es für das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson gegen Ungarn weiter. „Und nur dieser Gegner zählt, wir haben uns noch nicht mit irgendwelchen Konstellationen befasst und werden auch nicht rumrechnen“, sagt Kapitän Steffen Weinhold.
In den weiteren Hauptrundenspielen geht es jeweils um 18.15 Uhr am Sonntag gegen Russland und Mittwoch gegen Dänemark (beide live in der ARD).
Am Donnerstagabend stand das letzte Training an, das Trainergespann hatte sich zuvor intensiv mit den Ungarn befasst, die in der Vorrundengruppe D in Danzig gegen Montenegro mit 32:27 gewannen, gegen Dänemark (22:30) und Russland (26:27) verloren und somit die Hauptrunde mit 0:4 Punkten beginnen.
„Ungarn hat wie wir eine sehr verjüngte Mannschaft und verfügt in Talant Dujshebaev über einen echten Taktikfuchs als Trainer“, sagt Sigurdsson, der aus dem Kader der Ungarn vor allem Linkshänder Laszlo Nagy hervorhebt: „Der ist schon Weltklasse.“
Das generelle Vorrundenfazit des Bundestrainers fällt sehr positiv aus: „Mit Ausnahme von zehn schwachen Minuten gegen Spanien bin ich sehr zufrieden. Der Kampf, die Leidenschaft und die Disziplin waren aller Ehren wert. Die Abwehr stand fast immer gut, die Torhüterleistungen waren ok und im Angriff haben wir uns konsequent gesteigert.“
Auch dank des Sieges gegen Slowenien und des Einzugs in die Hauptrunde sei „die Europameisterschaft jetzt auch in Deutschland angekommen“, stellte DHB-Vizepräsident Bob Hanning fest, der die aktuellen TV-Zahlen verkündete: 20 Prozent Markanteil und in der Spitze über fünf Millionen Zuschauer bei der Live-Übertragung des ZDF am Mittwoch.
Auch sportlich ist Hanning sehr zufrieden: „Angesichts der personellen Situation mit so vielen verletzungsbedingten Ausfällen haben wir gesehen, dass wir sehr viel aus der Breite in die Spitze mitnehmen konnten.“ Dies sieht Kapitän Steffen Weinhold genauso: „Das Eliteförderkonzept macht sich bezahlt. Die Vereine und der Bundestrainer schenken den jungen Spielern Vertrauen und die geben das auf dem Feld zurück“, sagte Steffen Weinhold, der gegen Slowenien als bester Spieler der Partie ausgezeichnet wurde – und mit seinem Geschenk ein paar Probleme hatte: „Die Uhr hat jede Stunde angefangen zu piepen, da musste ich erstmal die Bedienungsanleitung suchen, um sie auszuschalten.“
Über die Erfolge der DHB-Auswahl freut man sich derweil auch bei der DKB Handball-Bundesliga (HBL), deren Präsident Uwe Schwenker und Geschäftsführer Frank Bohmann in Breslau vor Ort sind: „Die Nationalmannschaft ist das Zugpferd des Handballs, nur sie kann für nationale Bekanntheit und Beliebtheit sorgen“, sagte Schwenker, der die gute Kooperation zwischen Liga und Verband hervorhebt: „Wir müssen die Synergien nutzen, denn wir sind gemeinsam der Handball in Deutschland, wir sind gegenseitig der Schrittmacher.“ Ein großes Lob gab es von Schwenker für die Arbeit des Bundestrainers: „Dagur Sigurdsson hat die ganzen Ausfälle toll kompensiert und den Talenten ihre Chance gegeben.“
Auch DHB-Präsident Andreas Michelmann zieht den Hut vor dem Isländer: „Er kitzelt aus allen das Entwicklungspotenzial raus. Auch dank ihm sind wir auf dem richtigen Weg, kaum ein Land außer Deutschland ist in der Lage, solche Ausfälle zu kompensieren.“
Michelmann hofft auf eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte in der Hauptrunde: „Ein Sieg gegen Ungarn, dann sehen wir weiter. Ich finde es 100-prozentig richtig, dass sich Spieler und Mannschaft noch nicht mit weiteren Zielen beschäftigen“, sagt der DHB-Präsident, der vor allem von einem begeistert ist: „Wie die Spieler um jeden Ball kämpfen zeigt ihre herausragende Einstellung.“