Altlandsberg in Owschlag mit dem letzten Aufgebot
Altlandsberg in Owschlag mit dem letzten Aufgebot
Das Wunder von Owschlag fand nicht statt. Im Gegenteil. Der Tabellen-Sechste der 3. Liga Ost nutzte gegen die Frauen des MTV Altlandsberg die Gunst der Stunde und zog sein Ding gnadenlos durch, siegte mit 36:19 (19:8). Und als die Schiedsrichter nach neun Minuten und 46 Sekunden einen Abwehrversuch von Sophie Lütke als rot-würdig einstuften, nahmen die Dinge so ihren Lauf, wie man es sich vor der Saison im schlimmsten Falle nicht hätte vorstellen können.
Nach dem medizinisch bedingen Ausfall der Stammkräfte Sylvia Kalina (internistische OP), Mandy Gramattke (Kreuzbandriss), Franziska Chmurski (Kniebeschwerden) und Manja Berger (Rückenprobleme) sowie der Disqualifikation des Kapitäns Sophie Lütke - das Quintett hatte bis dahin in den sieben Spielen 127 Tore geworfen - konnte es nur noch um Schadenbegrenzung gehen. „Und wie sich dabei alle Beteiligten ins Zeug legten, das verdient höchsten Respekt. Vor allem von den Spielerinnen der zweiten Mannschaft, die diesmal aushalfen“, so Team-Manager Wolfram Eschenbach.
Der MTV ließ sich auch nicht entmutigen, als es in der 14. Minute schon 4:12 stand. Im Gegenteil: Die zweite Halbzeit (11:17) verlief sogar noch etwas günstiger als die erste (8:19). Co-Trainerin Eveline Sellert: „Und das passierte, obwohl im zweiten Durchgang zeitweilig ausschließlich die Frauen aus der Zweiten auf der Platte standen.“ Das waren Stefanie Kretzschmann und Liesa Fuchs, die schon zuvor etwas Erfahrung im Drittliga-Taem sammeln konnten sowie Luisa Neumann, Franziska Bartl, Lisa Schönfelder (gehörte früher mal zum Kader der Ersten) und Franziska Landgraf. Letztere wurde mit fünf Toren sogar erfolgreichste MTV-Torschützin. Für Owschlag traf Rafaela Steffek (7) am besten.
Sicherlich, bei geringerer Ausschussquote wäre für die Gäste mit dem letzten Aufgebot sogar ein besseres Resultat drin gewesen. Doch Fehler machten nicht nur die tapferen Damen, die aushalfen. Die Frauen aus der Brandenburg-Liga hatten schließlich die schwierige Aufgabe, mit den Gegebenheiten der zwei Klassen höher klar zu kommen. Das heißt: Ohne ein gemeinsames Training zuvor, die spielerischen Anforderungen zu bewältigen sowie mit der größeren Härte und dem höheren Tempo mitzuhalten.
Und dann kommt noch eine ganz andere Sache hinzu. In den Hallen der 5. Liga ist Haftkleber-Verbot. Also wird auch ohne den Klister an den Händen trainiert. Dann plötzlich die Umstellung auf die klebrigen Bälle…
Es gab aus Altlandsberger Sicht, man mag es kaum glauben, auch Positives. Trainer Fabian Lüdke: „Ich habe mich zum Beispiel sehr über Dominic Wielsch gefreut. So lange bei ihr die Kräfte reichten, machte sie ein wirklich gutes Spiel.“ Die lange Kreuzband- und Meniskus-geschädigte Kreisläuferin - noch 21 Jahre jung - bewegte sich in ihrem zweiten Pflichtspiel nach dem Comeback gut und steuerte zum Endresultat drei Treffer bei.
Am kommenden Sonntag gibt es dann bei Grün-Weiß Schwerin die nächste Auswärts-Aufgabe…
MTV Altlandsberg: Juliane Schlein, Kathrin Wiehle; Christiane Wiechert 3/1, Sophie Lütke, Sophie Mrozinski 1, Marion Priemer 1/1, Dominic Wielsch 3, Annika Fleck 1; Franziska Landgraf 5, Stefanie Kretzschmann 1, Lisa Schönfelder 3, Liesa Fuchs 1, Luisa Neumann, Franziska Bartl