Favoriten lange geärgert - am Ende jedoch ohne Glück
Favoriten lange geärgert - am Ende jedoch ohne Glück
„Nach der ersten Hälfte hätte die Partie auch abgepfiffen werden können“, so ein verärgerter Trainer Lutz Gau nach den 60 Minuten. Dann nämlich hätte der Sieger Grün-Weiß Schwerin geheißen - und das wäre nicht einmal unverdient gewesen. Da ein Spiel bekanntermaßen jedoch eine Stunde dauert, konnte der Buxtehuder SV den Spieß noch umdrehen, und die zwei Punkte blieben im Alten Land. Trotzdem war es eine tolle Leistung der Schwerinerinnen, die lange mithielten und den haushohen Favoriten in arge Bedrängnis brachten. Aber letztlich steht die Mannschaft um Spielführerin Vivien Erdmann erneut mit leeren Händen da und muss die Punkte nun im nächsten Heimspiel gegen Altlandsberg holen.
Dabei ließ sich Schwerin von Beginn an in dieser Partie nicht aus der Ruhe bringen. Aus einem 0:2-Rückstand wurde schnell ein 3:3, und in der Folge gestaltete sich das Spiel offen bis zum 8:8. Die Gäste spielten ihre Angriffe lange aus, und aus dem Rückraum waren Celka, Evangelidou und Erdmann erfolgreich. Als Steffi Dube per Konter gar das 10:8 erzielte, nahm BSV-Trainer Birkner seine Auszeit. Trotzdem konnte Bartlau nachlegen, erzielte den ersten Drei-Tore-Vorsprung für die Grün-Weißen.
Im Gegenzug dann der erste Schock für Schwerin, als Evangelidou ihre dritte Zeitstrafe bekam und so für den Rest des Spiels zuschauen musste. Buxtehude konnte zunächst kein Kapital daraus schlagen, auch weil Schwerin weiter konzentriert spielte und versuchte, lange den Ball zu halten und auf die Chancen zu warten. Das gelang weitestgehend, zumal sich Bartlau und Erdmann auch beim Verwandeln von Strafwürfen als sehr sicher erwiesen. Auf der anderen Seite konnte Anna Pöschel sich mehrfach auszeichnen, sie parierte großartig drei Strafwürfe im Spiel. Somit ging die 12:10-Halbzeitführung durchaus in Ordnung.
Nach der Pause, in der BSV-Trainer Birkner offensichtlich ein Machtwort gesprochen hatte, drehten die Gastgeberinnen auf und machten aus dem Rückstand innerhalb von zwölf Minuten einen komfortablen Fünf-Tore-Vorsprung (20:15). Vor allem Prior machte den Schwerinerinnen das Leben schwer, da fehlte jetzt auf Schweriner Seite die Entschlossenheit, um gegenzuhalten. Es häuften sich die technischen Fehler, mehrfach scheiterte man an der Buxtehuder Torfrau, so dass man schon Angst um das junge Team haben musste.
Mit dem verwandelten Strafwurf von Bartlau nach 42 Minuten und dem folgenden 20:17 von Celka blies Schwerin jedoch noch einmal zur Attacke. Genau sechs Minuten dauerte es, bis der BSV seine nächste Auszeit nahm, da stand es nämlich nur noch 21:22 aus Schweriner Sicht. Als dann die 16-jährige Janne Petereit auch noch das 22:22 machte, war wieder alles offen, und Hoffnung keimte auf im Schweriner Lager. Leider wurde die schnell im Keim erstickt, denn die Gastgeberinnen enteilten wieder auf 25:22, auch weil Celka zehn Minuten vor Spielende ihre dritte Zeitstrafe erhielt und somit ebenfalls zuschauen musste. Schwerin gingen damit die Alternativen im Rückraum aus, obwohl die junge Meike Schult ihre Sache gut machte. Der BSV spielte clever und brachte sich in den letzten Minuten auf die Siegerstraße.
Schwerin setzte trotz der Niederlage den Aufwärtstrend mit einer sehr guten Leistung fort. Diese könnte am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen Altlandsberg zum Erfolg führen.
Grün-Weiß Schwerin: Pöschel, Wiecioch; Petereit 3, Nawrot, Schult, Menzel, Dube 3, Evangelidou 1, Ehlers, Erdmann 7/2, Bartlau 6/2, Celka 4