SHV Oschatz in Schwerin mit dem besseren Endspurt
SHV Oschatz in Schwerin mit dem besseren Endspurt
Die Oschatzerinnen hatten am Sonntag keine Blick für die Schönheiten der Mecklenburgischen Landeshauptstadt, denn der Weg zum 29:27 (14:14)-Auswärtserfolg beim SV Grün-Weiß Schwerin war beschwerlich. Der Grund dafür lag auf der A9, sah ziemlich ramponiert aus und brachte einen verkehrsbedingten Stau mit sich. Somit kam der Mannschaftsbus um 16.10 Uhr erst verspätet in der Reiferbahnhalle an, und es gab auch nur fünf Minuten zusätzlich Zeit bis zum Spielanpfiff um 16.50 Uhr. Das war dem SHV-Spiel dann zunächst auch anzusehen.
Man konnte denken, die ersten sieben Minuten gehörten noch zur Erwärmung. Die Gastgeber liefen entweder Konter, weil vorn der Ball verloren ging, oder sie standen am Strafpunkt, weil die SHV-Spielerinnen in der Deckung meist zu spät kamen. So lagen die Gäste schnell mit 1:5 hinten, konnten dies aber bis zur 12. Minute auf ein 6:6 korrigieren. Ein eklatanter Fehlpass ließ die Schwerinerinnen wieder in Führung gehen, indem sie simpel aufs leere Tor warfen. Der SHV musste die Rückstandsituation noch zweimal in Hälfte eins durchleben, beim 7:10 und beim 10:14 hieß es jeweils Aufholjagd. Aber die Mannschaft von Jana Delor war wie ein Stehaufmännchen, gepuscht von der Bank, auf der alle mitfieberten und sich gegenseitig antrieben und unterstützt von wenigen aber lautstarken Fans gelang bis zur Pause der erneute Ausgleich.
Nach dem Seitenwechsel bestand mehrfach die Chance zur Führung des Gästeteams, konnte jedoch (noch) nicht genutzt werden. Aber den Schwerinerinnen gelang es jetzt nicht mehr, zu weit zu enteilen. Der SHV blieb dran und konnte endlich beim 20:19 durch Lena Dybowski erstmalig in Führung gehen. Sie verletzte sich leider im Spielverlauf und musste ausscheiden. „Die Ursachen für unsere späte Führung lagen heute eindeutig in unserer Abwehrarbeit. Da blieb heute vieles zu wünschen übrig“, erklärte Jana Delor im anschließenden Trainergespräch. Sie nutzte dennoch die Gelegenheit allen Spielerinnen Einsatzzeit zu geben. Dabei konnten sich die einzelnen Spielerinnen entweder im Angriff oder in der Deckung auszeichnen.
Die Partie verlief jetzt relativ ausgeglichen. Eine Reihe von Zeitstrafen schaffte auf beiden Seiten immer wieder Platz auf dem Parkett. Fällige Strafwürfe wurden von Ivana Vujica diesmal souverän verwandelt. Sechsmal trat sie an und traf. Dennoch tat sich die Delor-Sieben im Angriff weiter schwer. Besonders Carmen Schneider musste erneut eine Menge einstecken. Den Gastgebern gelang es oft nur mit zwei drei Leuten, sie zu stoppen. Dazu kam, dass die Unparteiischen relativ zügig den Arm zum Anzeigen eines Zeitspiel hoben und dadurch der eine oder andere Angriff nicht beendet werden konnte. Erst in der 50. Minute gelang dann den Gästen eine zwei-Tore-Führung, nachdem zuerst Sally Witecy von der rechten Außenposition und anschließend Josi Hessel über die Kreismitte traf.
In der Schlussphase rückten auch die Torhüter noch einmal in den Blickpunkt. Katrin Miersch, über weite Strecken von ihren Vorderleuten nicht gerade unterstützt, konnte eben in entscheidenden Spielmomenten den Ball um den Pfosten lenken und damit den Schweriner Angriff doch ein wenig entschärfen. Auf das Konto der 16-jährigen Sally Witecy geht schließlich auch der endgültige Siegtreffer 40 Sekunden vor dem Abpfiff zum 26:29. „Natürlich freuen wir uns über die zwei Punkte, keine Frage. Aber noch mehr freut mich, wie die Mannschaft heute wieder zusammen gekämpft hat. Dass wir es auch effektiver können, haben wir vergangenen Woche unter Beweis gestellt. Heute haben wir uns die zwei Punkte hart erkämpft“, sagte SHV-Trainerin Jana Delor zum Abschluss.
SHV Oschatz: Miersch; Witecy 3, Wiersma 4, Dybowski 3, Hessel 1, Wirsik, Kube, Ackermann, Staffe, Schneider 8/1, Vujica 10/6