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Altlandsberg unterliegt Oranienburg im Kellerduell

30.09.2013
30.09.2013 · Männer 3. Liga, Staffel Nord · Von: PM

Altlandsberg unterliegt Oranienburg im Kellerduell

Die Drittligaherren des MTV 1860 Altlandsberg unterliegen im Kellerduell beim Oranienburger HC vollkommen unnötig und dennoch verdient mit 25:26 (11:8).

Erfahrene Handballfans werden das Transparent schon in der einen oder anderen Halle gesehen haben. „Angriff vergeigt. Sieben-Meter verballert. Aber über die Schiris meckern!“, steht darauf zu lesen. Die Tabellenschlusslichter der Dritten Liga Nord, Oranienburger HC und MTV 1860 Altlandsberg, lieferten am vergangenen Samstagabend das Spiel zum Slogan. Beide vergeigten Angriffe in Serie. Beide verballerten Siebenmeter (der OHC drei von fünf, der MTV sogar vier von sechs). Und am Ende soll es an den Schiedsrichtern gelegen haben.

Um das gleich zu sagen: An den Schiedsrichtern hat es nicht gelegen. Natürlich haben die Unparteiischen nicht fehlerlos gepfiffen. Hätten sich die Altlandsberger gerade so viele Fehler geleistet, wie sie den Schiedsrichtern unterlaufen sind, hätten sie das Spiel gewonnen. Und wären sie die ganze Partie über so souverän aufgetreten, wie die Schiedsrichter die Partie insgesamt geleitet haben, gäbe es jetzt keinen Grund der Angelegenheit nachzutrauern.

Man wird dem OHC mit der Feststellung nicht zu nahe treten, dass bis kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit wenig auf einen Erfolg des Heimteams hinzudeuten schien. Der MTV ging mit 2:0 in Führung, wehrte sich gegen die Angriffe des OHC, gestattete nicht mehr als den gelegentlichen Ausgleich und wandelte das zwischenzeitliche 7:7 in eine eigene 11:8 Führung nach 30 Minuten. Wobei die Altlandsberger bis zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Siebenmeter verschenkt hatten.

Aus den drei Treffern Vorsprung zum Pausentee wurden in der 32. Minute vier (13:9) - dann aber stellte der MTV aus unerfindlichen Gründen sein bis dahin engagiertes Handballspiel und sechs Minuten lang auch das Tore Werfen ein. Die Oranienburger hingegen nicht. Also glichen sie zum 13:13 aus. Daraufhin folgte, was angesichts der Altlandsberger Ideenflaute zwangsläufig folgen musste: In der 43. Minute ging der OHC erstmals an diesem Abend selbst in Führung und sollte diese bis zum Schluss nicht mehr abgeben. Es mag kein gutes Handballspiel gewesen sein, aber ein ungemein spannendes war es in jedem Fall. Nur dass es nun der MTV war, dem nicht mehr als der gelegentliche Ausgleich gelang.

Zum letzten Mal immerhin zwei Minuten vor Schluss beim Stand von 25:25. Es war ausgerechnet diese spielentscheidende Minute, in der Altlandsberg seinen vierten Siebenmeter verwarf. Nichts hätte tragischere Folgen haben können. Der Vorteil wechselte auf die Seite des Gegners, der das 26:25 markieren konnte. Ende! Aus! Das Spiel, das nicht hätte verloren werden dürfen, das nicht hätte verloren werden müssen, ging verloren.

Normalform erreichte eigentlich nur Martin Berger, der von der rechten Außenbahn (und manchmal aus schier unglaublichem Winkel) sicher verwandelte. Über Normalform präsentierte sich nur Torhüter Iván Szabó. Der machte die verworfenen Siebenmeter seiner Vorderleute fast wieder wett, indem er drei des Gegners hielt.

Auch die Personalsorgen, die MTV-Coach Ferenc Remes ohne Zweifel plagen und unter anderem zur erfolgreichen Reaktivierung Gunnar Kunzes am Kreis führten, entschuldigen die mitunter enormen Leistungsschwankungen einzelner Leistungsträger der Mannschaft nicht. Da wird der Trainer konsequent für größere Konstanz sorgen müssen. Ironischer Weise steht der MTV nach dieser Niederlage in der Tabelle besser da als davor (Rang 14 statt 15). Das soll aber nicht darüber hnwegtäuschen, dass hier am Ende zwei Punkte verloren gegangen sind, mit denen bei der großen Schlussabrechnung eigentlich auf der Habenseite gerechnet worden war. Allzu oft darf das nicht mehr passieren.

MTV Altlandsberg: Iván Szabó, Philipp Pohl, Frank Friedrich; Martin Berger 4, Marko Curcic 3, Sven Haase 1, Simon Kapa 4/2, Janis Kilx 1, Robert Klatt 3, Moritz Kraft, Gunnar Kunze, Stefan Kurth 2, Arian Thümmler 2, Dominic Witkowski 5