„Belarus ist ein gefährlicher Gegner“
Moderator Kevin Gerwin begrüßte Uwe Gensheimer und Henning Fritz im Studio. - Foto: Marco Wolf
13.01.2022 Verband

„Belarus ist ein gefährlicher Gegner“

Erste Ausgabe des EM-Specials von DHBspotlight aus Heidelberg / Große Vorfreude bei Gislason, Heymann und Kühn

Voller Fokus auf den EHF EURO-Auftakt gegen Belarus: Unter diesem Motto stand die erste EM-Special-Ausgabe von DHBspotlight am Mittwochabend, die live aus Heidelberg ausgestrahlt wurde. Als Gäste begrüßte Moderator Kevin Gerwin den DHBspotlight-Experten und langjährigen Kapitän der Nationalmannschaft Uwe Gensheimer sowie Henning Fritz (Europameister 2004 und Weltmeister 2007) im Studio, zugeschaltet waren Fußball-Nationalspieler Jonas Hofmann und Raúl Alonso, Sportdirektor und Interimstrainer des HC Erlangen. Live aus Bratislava waren zudem Bundestrainer Alfred Gislason und die beiden Rückraumspieler Julius Kühn und Sebastian Heymann dabei und lieferten Einblicke in die ersten Tage in der slowakischen Hauptstadt.

Nach einem Rückblick auf den 35:34-Erfolg der DHB-Auswahl gegen Frankreich vom vergangenen Sonntag (Gensheimer: „Es tut einer Mannschaft gut, wen man gegen den Olympiasieger gewinnt"), stand Bundestrainer Alfred Gislason einen Abend vor dem EHF EURO-Auftakt gegen Belarus (Freitag, 14. Januar, 18 Uhr - live in der ARD) Moderator Gerwin Rede und Antwort.

Der erste Eindruck von den Gegebenheiten in der slowakischen Hauptstadt sei „phänomenal gut", sagte Gislason, der genauso wie seine Mannschaft dem Auftakt in die EM entgegenfiebert, denn: „das Warten ist das Schlimmste", wie der Isländer zugab. Auch Nationalspieler Sebastian Heymann, einer von neun Turnierdebütanten, versprüht eine „große Vorfreude und positive Anspannung."

Den Auftaktgegner Belarus analysierte die Runde im Anschluss intensiv. Gislason: „Belarus ist ein gefährlichen Gegner. Ihre Stammformation spielt bei Vereinen in der Champions League und ist gut eingespielt." Eine Einschätzung, die auch die Gesprächsrunde teilte. Raúl Alonso sieht in Belarus „eine spannende Mannschaft, die seit Jahren zusammengewachsen ist", Uwe Gensheimer erwartet „ein enges Spiel" gegen eine Mannschaft mit einer „sehr starken ersten Sieben." Nationalspieler Julius Kühn warnte davor, Belarus zu unterschätzen, „da sie richtig viel Qualität mit Spielern haben, die in der Champions League internationale Erfahrung gesammelt haben."

Ein besonderes Augenmerk richtete sich auch auf den deutschlanderfahrenen Jury Schewtsov, Nationaltrainer der belarussischen Nationalmannschaft. Erstmals kreutzen sich die Wege von Gislason und Schewtsov bereits 1979 bei der Junioren-WM wie der Isländer berichtete, der seinen Trainerkollegen als einen „überragenden Typen und Trainer" lobte. Auch Gensheimer und Henning Fritz fanden aus ihrer gemeinsamen Arbeit nur lobende Worte über den belarussischen Nationaltrainer. „Er war für meine Entwicklung sehr wichtig, auch wenn es eine harte Schule war und ich nach manchen Spielen einen auf den Deckel bekommen habe", erinnerte sich Gensheimer mit einem Lachen.

Ausführlich wurde auch über die deutsche Nationalmannschaft gesprochen. Ein Thema war die Erfahrung der Mannschaft, die mit einem Durchschnittsalter von 26,7 Jahren zwar altersmäßig erfahren ist, aber viele Turnierneulinge in den Reihen hat. Weltmeister Henning Fritz hatte dazu eine klare Meinung: „Dem Alter wird zu viel Stellenwert gegeben. Die Mannschaft hat großes Potenzial, vor allem, wenn es ihr gelingt, einfach viel Spaß am Handball zu haben." Gensheimer pflichtete ihm bei und attestierte der DHB-Auswahl „Potenzial mit vielen guten Spielern. Unser Innenblock mit Golla und Wiencek wird gegen alle Mannschaften gut dastehen."

Beim Thema Außenspieler wurde Christoph Steinert vom HC Erlangen, der auch vor seinem Debüt bei einem Endturnier steht, beleuchtet. Raúl Alonso lobte den 31-Jährigen als einen „hochtalentierten und deckungsstarken Spieler", der die Rechtsaußen wie auch Rückraum rechts Position bekleiden kann.

Neben den sportlichen Themenblöcken erfuhren die Zuschauer*innen auch einiges über die Verbindung von Uwe Gensheimer und Jonas Hofmann sowie die Handball-Vergangenheit vom heutigen Fußball-Nationalspieler. So war der Vater von Hofmann, der selbst auch in der Jugend Handball wie auch Fußball und Golf spielte, Jugendtrainer von Gensheimer. Ob das Talent von Jonas Hofmann auch zu einer Profikarriere im Handball gereicht hätte? „Talent wäre da gewesen, aber das ist natürlich schwer zu prognostizieren", sagte der Profi von Borussia Mönchengladbach.

Zum Abschluss der Sendung tippte die Runde noch ihren Europameister - das Votum fiel eindeutig aus: Gensheimer, Hofmann und Alonso sehen Dänemark am Ende ganz oben, Fritz legte sich auf Norwegen fest, ehe die unterhaltsame DHBspotlight-Ausgabe ihr Ende fand. 

Die zweite EM-Ausgabe von DHBspotlight wird bereits am Montag, 17. Januar, um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Als Gast wird auf jeden DHBspotlight-Experte Uwe Gensheimer dabei sein, dazu kommen noch ein weiterer Studiogast in Heidelberg sowie zwei Schaltgäste. Insides aus dem Teamhotel sind auch wieder geplant.

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