Nina Engel: „Mega-Vorfreude auf die Spiele gegen Spanien“
Am Freitag wartet der erste Test in Granollers - live auf Joyn und bei Dyn
Die Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes ist wohlbehalten im spanischen Granollers angekommen. Bei sommerlichen 28 Grad Außentemperaturen und Sonne pur absolvierte die Mannschaft von Bundestrainer Markus Gaugisch am Donnerstag das erste Training vor Ort, aber natürlich in der Halle. Am Freitag (19.30 Uhr) und Sonntag (11.30 Uhr) geht es im Palacio de Deportes in Granollers in zwei Testspielen gegen Gastgeber Spanien. Beide Spiele werden live bei Joyn und Dyn übertragen.
Nach fünfmonatiger Pause hatte sich die Mannschaft am Montag zum ersten Lehrgang getroffen. „Wir hatten uns viel zu erzählen“, sagte Rückraumspielerin Nina Engel im digitalen DHB-Medientermin am Donnerstag. Dennoch habe man sich sportlich schnell wieder gefunden: „Das ging alles superschnell, und wir haben alle Mega-Vorfreude auf die Spiele gegen Spanien“, sagt Engel, die in den Tests gleich auf zwei spanische Mannschaftskameradinnen ihres neuen Klub Gloria Bistrita trifft: Danila So Delgado und Jennifer Gutierrez. Da auch ihr Vereinstrainer Carlos Viver Spanier ist, versteht sie schon einiges, aber: „Übersetzerin traue ich mir nicht zu, dafür ist mein Spanisch doch zu schlecht.“
Die Partien in Spanien sind die ersten mit Blick auf die EHF EURO im Dezember, es folgen im Oktober noch Spiele in Odense gegen Dänemark und die Niederlade sowie Ende November in Stuttgart und Neu-Ulm gegen den WM-Dritten Frankreich. „Es ist absolut wichtig gegen starke Gegner zu testen, daher sind alle sechs Spiele top. Nur so können wir uns verbessern, wenn uns die Gegner Paroli bieten. Daher wird das eine supergute Vorbereitung, um uns zu entwickeln. Ich bin sehr zufrieden mit Weg den wir vor uns haben“, sagt Nina Engel: „Alle sind hungrig, um zu zeigen, dass wir bei der EM wieder dahin kommen, wo wir letztes Jahr standen. Wir wollen uns nach WM-Silber bestätigen – und alle haben viel Motivation, es wieder so weit zu schaffen.“
Diese Einstellung der letztjährigen HBF-Torschützenkönigin teilt auch Nieke Kühne vom deutschen Meister HSG Blomberg-Lippe, in der Vorsaison zur MVP der Frauen-Bundesliga gewählt: „Natürlich wollen wir an die WM anknüpfen. Jede von uns hat im Kopf, wie überragend die Stimmung war und wie wir als Team gewachsen sind. Da wir nun nicht zuhause spielen, wird eher die Teamstärke der Punkt sein, da sind wir aber gut dabei. Bis zur EM müssen wir einfach jedes Training und jedes Spiel gut nutzen, um auf unser Level zu kommen.“
Bei der EHF EURO geht es in der Vorrunde in Bratislava gegen Schweden, Serbien und Gastgeber Slowakei, im Falle des Weiterkommens wird die EM im polnischen Kattowitz fortgesetzt, wo Hauptrunde und dann auch ein mögliches Finalwochenende stattfinden. „Auch wenn nicht so viele Fans vor Ort sein werden, wollen wir mit Leistung eine Euphorie entfachen. Wir sind also selbst dafür verantwortlich, um die Leute zu begeistern. Im Fernsehen und auf Social Media haben wir definitiv nach der WM schon deutlich mehr Präsenz“, sagt Kühne, die im Sommer 2027 zum dänischen Spitzenklub Odense Handbold wechseln wird, wo sie dann Mannschaftskameradin von DHB-Nationalspielerin Viola Leuchter wird.
Anfang September hatten Engel und Kühne ihr jeweils erstes Champions-League-Spiel ihrer Karriere absolviert, und wie es der Spielplan wollte, trafen beide in Lemgo aufeinander, mit dem siegreichen Ende für Bistrita und Nina Engel. „Das war schon sehr speziell, das erste Champions-League-Spiel gerade in Deutschland zu haben. Jetzt hatten wir auch unser erstes Heimspiel, und die Atmosphäre bei uns in Bistrita ist überragend. Es macht Spaß, sich jede Woche in der Champions League mit den Besten zu messen“, sagt die frühere Bensheimerin, die sich „schnell eingelebt hat“ in Bistrita, aber wegen der vielen Auswärtsfahrten noch keinen richtigen Alltag hatte. Begeistert ist sie vom „absolut professionellen Umfeld im Verein“.
Auch wenn Blomberg-Lippe in der „Königinnenklasse“ noch auf den ersten Punkt wartet, ist auch Kühne begeistert: „Das ist etwas ganz Besonderes, für den ganzen Verein. Ich spiele seit sechs Jahren in Blomberg und es war genial, das erste Champions-League-Spiel zuhause zu haben. Ich hoffe, dass wir bald die ersten Punkte holen, wir müssen uns definitiv nicht verstecken.“
Kühne wird indes in der Defensive des Nationalteams in den nächsten Wochen und Monaten mehr Verantwortung im Innenblock tragen, nachdem Aimee von Pereira ihre Karriere beendet hat und sich Xenia Smits in der Babypause befindet: „Beide waren super-essenziell für uns. Aber wir haben natürlich Möglichkeiten, um das aufzufangen. Die Abwehr-Basics bleiben gleich, wir haben die Leute, aber wir müssen uns erst finden. Jede weiß, was zu tun ist.“ Gegen Spanien wird es gerade auf die zentrale Verteidigung ankommen, weiß die Blombergerin: „Sie sind am Kreis sehr präsent und physisch stark, zudem haben sie mit So Delgado eine starke Rückraumwerferin. Aber darauf bereiten wir uns intensiv vor.“