Anja Althaus mit einem Großteil des weiblichen Elitekaders. - Foto: Marco Wolf
Anja Althaus mit einem Großteil des weiblichen Elitekaders. - Foto: Marco Wolf

Anja Althaus: „Wir wollen die nächste Generation bereit machen“

24.04.2026 | U-Teams

 

Mentorin im Elitekader des Deutscher Handballbund über ganzheitliche Förderung, große Talente und die Zukunft des Frauenhandballs 

Mit dem neu aufgestellten Elitekader intensiviert der Deutsche Handballbund die Förderung seiner Top-Talente. Eine zentrale Rolle nimmt dabei Anja Althaus ein, die ihre Erfahrung als Mentorin vor allem für die weiblichen Talente einbringt - mit klaren Zielen, Inhalten und Perspektiven. 

Im Zentrum steht dabei ein klar definierter Entwicklungsansatz, der weit über die sportliche Ausbildung hinausgeht. „Ich bin unglaublich stolz, Teil dieses Projekts zu sein und junge Talente als Mentorin begleiten zu dürfen“, betont Althaus. Ziel sei es, die Spielerinnen systematisch auf den nächsten Karriereschritt vorzubereiten: „Wir wollen sie auf ihrem Weg unterstützen – bis hin zur A-Nationalmannschaft. Und dann sollen sie bereit sein, auf höchstem Niveau Verantwortung zu übernehmen.“ 

Der Elitekader verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz. Neben der handballerischen Weiterentwicklung, etwa durch gezielte Videoanalysen und individuelle Leistungssteuerung, werden auch athletische, mentale und organisatorische Aspekte in den Fokus gerückt. „Es geht längst nicht mehr nur um den Sport allein. Themen wie Medienarbeit, Social Media, aber auch finanzielle und persönliche Planung gehören heute selbstverständlich dazu“, erklärt Althaus. Die enge Verzahnung mit der A-Nationalmannschaft stelle sicher, dass ein durchgängiger Entwicklungsfaden geknüpft werden kann.  

Dabei bezieht der Deutsche Handballbund die unterschiedlichen Umfelder, in denen sich die weiblichen Top-Talente bewegen, eng und individuell ein. „Eine optimale und ganzheitliche Entwicklung unserer Talente ist ohne eine enge Zusammenarbeit mit dem persönlichen Umfeld wie der Familie und auch der Schule oder Ausbildungsstelle und den Vereinen nicht möglich”, sagt Althaus. „Diese Umfelder sind so wichtig für die Spielerinnen, geben ihnen Sicherheit.  Fühlen sie sich wohl, hat das einen positiven Einfluss auf den Handball. Daher geht es nur Hand in Hand, sodass wir alle gemeinsam in die gleiche Richtung laufen und unsere Spielerinnen unterstützen wollen.”  

Ein weiteres wesentliches Ziel des Programms besteht darin, junge Spielerinnen frühzeitig an die Anforderungen des internationalen Spitzenhandballs heranzuführen. „Die Konkurrenz schläft nicht. Deshalb ist es entscheidend, dass wir unsere Talente frühzeitig integrieren, ihnen Sicherheit geben und sie an das Niveau heranführen“, so Althaus. Der regelmäßige Austausch innerhalb des Trainer- und Betreuerteams ermögliche dabei eine individuelle und kontinuierliche Begleitung – und das in enger Abstimmung mit den Vereinen, „denn da finden die tägliche Arbeit und Weiterentwicklung statt”, betont Althaus. 

Mit Blick auf den aktuellen Jahrgang zeigt sich die Mentorin besonders beeindruckt von der Qualität und Mentalität der Spielerinnen: „Wir sehen hier viele Talente, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich zu zeigen. Diese Begeisterung und dieser Wille sind entscheidend.“ Gleichzeitig gehe es darum, den Spielerinnen zu vermitteln, dass der Weg an die Spitze kein geradliniger sei: „Rückschläge gehören dazu. Wichtig ist, immer wieder aufzustehen und weiterzumachen.“ 

Ein persönliches Anliegen ist es für Althaus, ihre eigenen Erfahrungen weiterzugeben. „Ich musste mir vieles selbst erarbeiten und hätte mir in vielen Situationen mehr Orientierung gewünscht. Genau das möchte ich den Spielerinnen jetzt bieten, Sicherheit und Unterstützung, auch abseits des Spielfelds.“ 

Die Entwicklung im Nachwuchsbereich stimmt sie dabei optimistisch für die Zukunft des deutschen Frauenhandballs. „Die Erfolge der letzten Jahre zeigen, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Es kommen viele spannende Persönlichkeiten nach, die mit viel Energie und Ehrgeiz ihren Weg gehen wollen“, sagt Althaus. Der Elitekader sei ein wichtiger Baustein, um diese Entwicklung nachhaltig zu stärken und die nächste Generation gezielt an die Spitze heranzuführen.