Zwei Mannschaften beim Handball
Foto: Václav Nováček / Czech Handball

U21 männlich: Erfolgreicher Auftakt trotz personeller Ausfälle

06.11.2026 | U-Teams

 

Die deutsche U21-Nationalmannschaft männlich setzt sich im ersten Testspiel gegen Tschechien mit 29:25 (12:8) durch. Trotz mehrerer krankheitsbedingter Ausfälle und einer zwischenzeitlichen Aufholjagd der Gastgeber behält die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger in Lovosice die Oberhand.

Mit einem 29:25-Erfolg gegen Tschechien ist die männliche U21-Nationalmannschaft am Freitagabend erfolgreich in das erste von zwei Testspielen gestartet. Dabei waren die Voraussetzungen für die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger alles andere als optimal: Nachdem ein Virus die Mannschaft beim Lehrgang in Dresden erwischt hatte, mussten mit Linus Schmid, Noah Hensen und Max Heydecke gleich mehrere Spieler krankheitsbedingt passen. Kurzfristig rückte deshalb Hans-Lukas Willax nach, der sich nach einer Klausur in Bayreuth direkt auf den Weg nach Lovosice machte. Trotz der personellen Herausforderungen sicherte sich die DHB-Auswahl den ersten Sieg des Testspielwochenendes.

Der Start in die Begegnung verlief zunächst ausgeglichen. Nach acht Minuten lagen die Gastgeber mit 3:2 in Führung. Auch eine Rote Karte gegen die tschechische Mannschaft in der 17. Minute beim Stand von 4:4 änderte zunächst wenig am engen Spielverlauf. Mit zunehmender Spieldauer fand die DHB-Auswahl jedoch besser in die Partie. Ein 3:0-Lauf zum 7:4 zwang die Gastgeber zur Auszeit. Unterstützt von einem gut aufgelegten Finn Knaack im Tor erspielte sich Deutschland durch eine zunehmend stabile Abwehr und zahlreiche Ballgewinne bis zur Pause eine 12:8-Führung. „Wir sind in der ersten Halbzeit nicht ganz so gut ins Spiel gekommen, weil wir zunächst drei freie Chancen nicht genutzt haben und die Tschechen so bis zur 20. Minute dranbleiben konnten. Dann lief es bei uns ein bisschen besser. Auch die 5:1-Abwehr hat gut funktioniert, sodass wir mit einer sicheren Führung in die Halbzeit gehen konnten“, erklärte Heuberger nach der Partie.

Nach dem Seitenwechsel gelang es der deutschen Mannschaft zunächst nicht, an die stärkere Phase vor der Pause anzuknüpfen. Zwar erspielte sich die DHB-Auswahl weiterhin gute Möglichkeiten, ließ jedoch insbesondere über die Außenpositionen und im Gegenstoß mehrere klare Chancen liegen. Die Gastgeber nutzten diese Phase und kämpften sich Tor um Tor zurück. In der 42. Minute verkürzte Tschechien auf 16:17 und brachte damit erneut Spannung in die Begegnung. Doch die deutsche Mannschaft fand die passende Antwort, stabilisierte sich insbesondere in der Defensive und konnte sich wieder etwas absetzen. Jan Grüner erhöhte per Siebenmeter auf 20:17. Diesen Vorsprung ließ sich die DHB-Auswahl in der Schlussphase nicht mehr nehmen. Mit dem letzten Treffer der Partie verkürzten die Gastgeber noch auf den 25:29-Endstand.

„Wir haben insbesondere in Unterzahlsituationen zwei, drei Bälle geklaut beziehungsweise die Tschechen zu Fehlern gezwungen. Das war schlussendlich spielentscheidend“, hob Heuberger nach dem Abpfiff hervor. Sein Fazit fiel trotz einiger Schwierigkeiten positiv aus: „Ich denke, mit dem Sieg können wir gut leben.“

Ein besonderes Lob hatte der Bundestrainer für den kurzfristig nachgereisten Hans-Lukas Willax übrig. „Hut ab, dass er das gemacht hat. Ich habe ihn heute Morgen angerufen, da musste er noch eine Klausur schreiben. Anschließend hat er sich drei Stunden ins Auto gesetzt und ist alleine nach Lovosice gefahren“, berichtete Heuberger. „Ich habe ihn deshalb mit relativ vielen Spielanteilen belohnt, aber er hat es auch mit einer guten Leistung zurückgezahlt. Das spricht insgesamt für die Jungs und ihre Moral, diese krankheitsbedingten Ausfälle einfach wegzustecken und trotzdem Vollgas zu geben.“

Mit Blick auf das zweite Testspiel am Samstag sieht Heuberger noch Verbesserungspotenzial. „Die Tschechen haben eine sehr aggressive, bissige Abwehr gespielt. Ähnliches erwarte ich auch von unserer Abwehr, dass wir etwas kompromissloser agieren“, forderte der Bundestrainer. „Wir brauchen noch ein paar einfache Tore über das Tempospiel. Da haben wir heute zu verhalten gespielt und den direkten Weg zum Tor nicht immer gefunden.“ Auch im Angriff gegen die körperbetonte Deckung und bei der Chancenverwertung möchte sich die DHB-Auswahl steigern.

Bereits morgen bietet sich der deutschen Mannschaft die Gelegenheit, an den ersten Erfolg anzuknüpfen. Um 18:30 Uhr trifft die U21-Nationalmannschaft männlich in der BallsportARENA Dresden erneut auf Tschechien. Zuvor steht das zweite Testspiel der U17-Nationalmannschaft männlich auf dem Programm. Beide Begegnungen werden im Videocenter von handball.net übertragen.

Tschechien – Deutschland 29:25 (12:8)