Jubel in Agadir: Das DHB-Team fuhr die ersten beiden Punkte bei der WM ein. - Foto: DHB
Jubel in Agadir: Das DHB-Team fuhr die ersten beiden Punkte bei der WM ein. - Foto: DHB

53:12-Sieg: Weibliche U16 hat mit Mexiko keine Mühe

16.10.2026 | U-Teams

Deckung lässt ab Minute 36 nur noch zwei Gegentore zu

„Es muss unser Anspruch sein, in unserer Vorrundengruppe als Erster durchzugehen und ins Halbfinale einzuziehen“, hatte Gino Smits, U16/U17-Bundestrainer weiblich, vor dem Beginn der U16-Weltmeisterschafts-Premiere in Marokko erklärt. Die erste von drei Aufgaben löste die DHB-Auswahl am Freitagnachmittag wie erwartet souverän. Lautstark unterstützt von der mitgereisten Fangemeinde gewann der Favorit mit 53:12 (23:7) gegen Mexiko. „Es war schön zu sehen, dass alle Spielerinnen ihren Beitrag zu diesem hohen Sieg geleistet haben", so Smits nach der Partie.

Die ersten paar Minuten waren noch verhalten. Auch wenn die Mannschaft das internationale Geschäft schon von ihrem Sieg bei den European Open im August in Göteborg kennt, ist eine Weltmeisterschaft in ungewohntem Umfeld und gegen einen fremden Handballstil des Gegners immer noch etwas Anderes. Ein paar Ungenauigkeiten beim Abschluss und im Umschaltspiel gehörten bei der Akklimatisierung dazu. Nach zehn Minuten fand Deutschland zu seiner Sicherheit und nutzte die Möglichkeiten, von denen es nach entsprechender Vorbereitung von allen Positionen sowie bei vielen Gegenstößen genügend gab. Rund um die erste Auszeit (16.) gelang binnen acht Minuten ein 7:0-Lauf. Vor allem die Außen drückten der jetzt einseitigen Partie ihren Stempel auf. Mia Hinz von der Turnerschaft St. Tönis auf der linken und Nora Lueg von Borussia Dortmund auf der rechten Seite erzielten vor der Pause 11 der 23 Tore. 

Um allen Spielerinnen die Möglichkeit zu bieten, im Turnier anzukommen, wechselte Smits auf allen Positionen durch. Nach nur sieben Gegentoren in der ersten Halbzeit hatte Mercy Hacker ihre Aufgabe im Tor erledigt und machte Platz für Jana Skill. Auf dem Flügel knüpfte Nika Lemke nahtlos an das Tempospiel an. Mit acht Toren – alle in der zweiten Halbzeit - war die Handewitterin beste Schützin des Tages und erhielt die Auszeichnung zur Spielerin des Spiels.

Deutschlands Angriff stieß nach Wiederbeginn auch im Positionsspiel auf nur noch wenig Widerstand. Zu durchschlagskräftig waren die Aktionen der DHB-Talente, bei denen sich alle eingesetzten Feldspielerinnen in die Torschützenliste eintrugen, vor allem ab der 40. Minute. Trainer Smits konnte zufrieden mit der Konsequenz seines Teams sein, das bis zum Ende mit 75-prozentiger Wurfquote torhungrig auf dem Gaspedal blieb und auch in der Hintermannschaft alles fest im Griff hatte. Ab Minute 36 ließen Deckung und Skill (74 Prozent Abwehrquote) nur noch zwei Gegentore zu. 27:2 Treffer (!) für Deutschland lautete die Bilanz in dieser Phase. „Wir haben in der Abwehr versucht die Passwege zuzustellen und auf Ballgewinne anstatt auf Stoppfouls zu gehen. Das ist uns gut gelungen", bilanzierte Smits.

Nach einem spielfreien Tag wartet mit Tunesien die zweite Vorrunden-Aufgabe am Sonntag ab 13.45 Uhr. Alle Spiele der Weltmeisterschaft werden im Livestream auf dem Youtube-Kanal „IHF Competitions“ übertragen. „Wir werden uns auf Tunesien und Usbekistan gut vorbereiten", erklärte der Gino Smits, der nach dem Sieg das Aufeinandertreffen der beiden nächsten Gruppengegner gemeinsam mit seinem Trainer-Team genau beobachtete und analysierte.

Deutschland: Mercy Hacker, Jana Skill – Carlotta Werum (4/2), Mia Hinz (6), Nora Lueg (5), Noemi Kamen (7), Alina Mangold (4), Romy Sieber (2/2), Tilda Plöhn (5), Nika Lemke (8), Paulina Glomb, Taya Nagel (2), Mariella Koumtoudji Tchatat (3), Azelya Alici (1), Emma Schneeberger (5).
Schiedsrichter: Charalampos Kinaitzidis (Griechenland) / Jean Jacques Tuyizere (Ruanda) / Zakaria El Malwane (Marokko).
Zeitstafen: Deutschland: 1 - Mexiko: 5.
Siebenmeter: Deutschland 4/4 – Mexiko 0.