Antje Döll. - Foto: Marco Wolf
Antje Döll. - Foto: Marco Wolf

Antje Döll kandidiert für neues EHF-Board

19.06.2026 | Verband

 

Europäischer Verband beteiligt Spielerinnen und Spieler stärker an Entscheidungsprozessen

Die Europäische Handballföderation (EHF) wird ein European Handball Players Board (EHPB) gründen. Hierzu hat die Exekutive der EHF im Vorfeld des Final4 der Champions League bestätigt, welche von den Mitgliedsverbänden vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten sich zur Wahl stellen werden. Zu diesem Kreis zählt auch Antje Döll, Kapitänin der deutschen Handball-Nationalmannschaft.

„Spielerinnen und Spieler bilden das Herz des Handballs. Wir begrüßen, dass die Stimmen der Aktiven mehr Gewicht erhalten“, sagt Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Handballbundes. „Antje Döll ist eine erfahrene Handballerin, deren Expertise gewinnbringend ist.“ Die 37-jährige Linksaußen der Sport-Union Neckarsulm war bereits 2008 U20-Weltmeisterin, gewann im vergangenen Dezember mit den deutschen Frauen WM-Silber und stand im All-Star-Team des Turniers.

„Ich habe fast zwei Jahrzehnte nationalen und internationalen Handball in den verschiedensten Facetten und mit zahlreichen Fortschritten erlebt. Dabei bin ich davon überzeugt, dass wir noch weitere Schritte gehen können, wenn wir Wissen und Bedürfnisse der Spielerinnen und Spieler besser berücksichtigen. Ich würde mich freuen, wenn ich mich auf diesem sportpolitischen Feld einbringen könnte“, sagt Antje Döll, Profihandballerin und Kriminaloberkommissarin.

Ziel der EHF ist es, dass Aktive über das neue Gremium an den Entscheidungsprozessen im europäischen Handball unmittelbarer und verstärkt beteiligt werden. Das EHPB wird aus sechs Mitgliedern bestehen. Vier davon – jeweils zwei Frauen und zwei Männer – werden direkt von den Athletinnen und Athleten gewählt, zwei weitere Mitglieder werden vom EHF-Exekutivkomitee nominiert. Die Amtszeit beträgt grundsätzlich vier Jahre, die erste Periode läuft jedoch bis 2029, um künftig in einen regulären Takt zu kommen.

Wahlberechtigt sind Spielerinnen und Spieler, die auf internationaler Ebene aktiv waren oder sind, etwa bei Europameisterschaften oder europäischen Klubwettbewerben. Kandidieren können Aktive, die bei der vergangenen EHF EURO (Frauen 2024 und Männer 2026) oder in der Saison 2025/26 im Europapokal vertreten waren. Gesperrte Spieler sind von einer Kandidatur ausgeschlossen. Der Wahlprozess wird zeitnah beginnen.

Das neue Board wird künftig Vertreter für das Professional Handball Board (PHB) und das Women’s Handball Board (WHB) benennen. Zudem soll ein Vorsitzender gewählt werden, der die Interessen des EHPB im EHF-Exekutivkomitee vertritt.

 

Die Kandidatinnen und Kandidaten im Überblick:

Frauen: Sara Senvald (CRO), Kathrine Heindahl (DEN), Jennifer Maria Gutierrez Bermejo (ESP), Antje Döll (GER), Vilde Mortensen Ingstad (NOR), Andrea Lekic (SRB), Ana Gros (SLO), Lea Schüpbach (SUI)

Männer: Filip Glavas (CRO), Rasmus Lauge Schmidt (DEN), Gonzalo Perez de Vargas Moreno (ESP), Nebojsa Simic (MNE), Blaz Janc (SLO), Samuel Zehnder (SUI)