Der Staff mit der Schale in Frankfurt. - Foto: René Weiss
Der Staff mit der Schale in Frankfurt. - Foto: René Weiss

U18 zurück mit "vielen besonderen Momenten und Geschichten"

11.08.2026 | U-Teams

 

U18-Europameister zurück in Deutschland 

Flug LH1411 aus Belgrad hatte es eilig. Um 15.59 Uhr berührte der „Gold-Flug“ mit den frischgebackenen U18-Europameistern die Landebahn des Frankfurter Flughafens. Elf Minuten früher als ursprünglich geplant, vielleicht auch dank eines Hauchs Rückenwind. Es würde passen zu dem, was der DHB-Nachwuchs in den entscheidenden EM-Spielen in der serbischen Hauptstadt abrief. Island besiegt, Spanien rausgeworfen, Slowenien im Endspiel mit 36:27 regelrecht dominiert – das waren die Schritte hin zum dritten Europameisterschafts-Titel für eine männliche U18-Mannschaft des Deutschen Handballbundes. „Es ist nach der Hauptrunde eigentlich viel passiert“, antwortete U18/U19-Bundestrainer Erik Wudtke auf die Frage, wie seine Mannschaft nach den beiden knappen Niederlagen gegen Slowenien und Frankreich den Hebel umlegte. „Wir haben ab dem Frankreich-Spiel, das schon gut war, offensiver und aggressiver verteidigt. Außer uns hat ab dem Viertelfinale gegen Island niemand mit einem Weiterkommen gerechnet. So konnten wir innerlich entspannter ins Spiel gehen. Nach dem Viertelfinale wusste ich, dass es hart wird, uns zu stoppen.“

Tim Thielicke vom SC Magdeburg betrat als erster Spieler den Empfangsrang von Flughafen-Terminal 1. Zum Abschluss kamen Bundestrainer Wudtke, gemeinsam mit Delegationsleiter Martin Heuberger und der medizinischen Abteilung um Richard Haß, Sebastian Wegmann und Benjamin Voß. „Weil wir das schwerste Gepäck haben“, schmunzelte Wudtke. Die besondere Fracht befand sich in blauer Verpackung: die Schale, die das Team als neuen Europameister auszeichnet. Für Spieler und Trainer ging die Reise direkt weiter via Schienennetz in ihre Heimatregionen. „Hoffentlich bekommen sie in den Vereinen vier, fünf Tage Abstand vom Handball. Hinter den Jungs liegt eine intensive Zeit für Kopf und Körper. Bei diesen vielen Spielen und Informationen braucht das Gehirn etwas Zeit zur Regeneration. Alle nehmen besondere und hilfreiche Erfahrungen für ihre Zukunft mit“, so Wudtke.

17 eingesetzte Spieler leisteten ihren Beitrag zum Gold-Erfolg von Belgrad. Drei von ihnen – Malte Elze am Kreis, Julius Eisend auf Halblinks und Tjorven Knackstedt im Tor – schafften es ins Allstar-Team. „Es gab so viele besondere Momente und Geschichten, die in dieser Mannschaft stecken“, schildert der Bundestrainer und ging exemplarisch auf ein paar vereinzelte ein. Den 16-jährigen 2,00-Meter-Hünen Julius Eisend vom THW Kiel zum Beispiel, der ganz untypisch für seine Statur einen überragende Rolle auf der Spitze der 5:1-Deckung spielte. Hamburgs Toma Gadza, der erst wenige Wochen vor der Europameisterschaft die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten hatte, und Wudtke nach dem Finale mit den Worten emotional herzte, für solche Momente das gemacht zu haben. Oder den Kieler Außer Claudius Beuthner, der bei Wudtkes erster Kontaktaufnahme in Sachen Nationalmannschaft vor rund drei Monaten dachte, es handele sich um einen „Fake“. Besonders auch die Konstellation von Torwarttrainerin Isabell Roch, die bei ihrem ersten Turnier in dieser Funktion Tjorven Knackstedt und Tobias Dengler zur Topform pushte.

„Alle Spieler haben alle Möglichkeiten für ihre Zukunft. Welcher Weg wohin führt, ist nicht vorhersehbar. Das hängt von den Weiterentwicklungen in den nächsten eins, zwei Jahren ab“, blickt Wudtke voraus. Der Erfolg am Sonntagabend wurde in der Heimat weit verbreitet wahrgenommen und gefeiert. „Als ich in der Nacht auf Montag im Hotel in meinem Bett gelegen habe, habe ich am Handy eine Stunde lang Glückwunsch-Nachrichten beantwortet“, schildert Spielmacher Lenn Strobel von der JSG Balingen-Weilstetten. Zuvor hatte die Mannschaft gemeinsam mit Staff und Eltern in einem Restaurant den EM-Sieg gefeiert