Wolfgang Lowak. - Foto: Gerhard Uhl
Wolfgang Lowak. - Foto: Gerhard Uhl

Wolfgang Lowak nach schwerer Krankheit gestorben

21.06.2026 | Verband

 

Trauer um weltweit renommierten Handball-Lehrer

Weit über die Grenzen Hessens hinaus genoss der pensionierte Lehrer Wolfgang Lowak aus dem Butzbacher Stadtteil Kirch-Göns einen ausgezeichneten Ruf als aktiver Handballer und lizenzierter Übungsleiter. Von der Internationalen Handball-Föderation (IHF) wurde er in den Kreis der Commission of Coaching and Methods aufgenommen, die sich weltweit mit der Nachwuchsrekrutierung und -förderung. beschäftigt. Am 12. Juni ist Wolfgang Lowak an den Folgen einer schweren Erkrankung im Alter von 77 Jahren verstorben.

Es ist noch nicht lange her, da wurde der im September 1948 in Hörnsheim geborene Lowak bei der feierlichen Abschiedszeremonie in Ammann, der Hauptstadt des Königreiches Jordanien, als Leiter eines über vier Jahre dauernden Projektes von der IHF und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit großen Lobeshymnen verabschiedet.

Der in Niederkleen aufgewachsene Handballer wurde beim dortigen TSV in dieser Sportart ausgebildet. Seine ausgefeilte Technik, großer Kampfgeist und ein ausgeprägter Leistungswille blieben auch dem benachbarten TV Hochelheim nicht verborgen. Lowak wechselte in die Jugend des später als TV Hüttenberg firmierenden Vereins. Er spielte bald bei den Aktiven auf dem Großfeld eine gute Rolle. Der einstige Bundestrainer Werner Vick holte ihn sogar in die A-Nationalmannschaft, für die er vier Länderspieleinsätze bestritt. Unter den Direktiven von Rudolf Spengler und Josip Milkovic reifte er auch in der Halle Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre zu einer festen Größe der Hüttenberger Bundesliga-Mannschaft heran. Als der TSV Butzbach 1974/75 seine zweite Saison in der Bundesliga Süd spielte, trug Lowak für ein Jahr das TSV-Trikot.

Nach dem Abitur im Jahr 1967 hatte sich Lowak freiwillig zur Bundeswehr gemeldet und bestand die Lehrgänge zur angestrebten Offizierslaufbahn. Als Reservist stieg innerhalb von drei Dekaden bis zum Rang eines Oberstleutnants der Reserve empor. 1974 begann er

an der Justus-Liebig-Universität Gießen mit einem Lehramtstudium in den Fächern Deutsch und Sport. Von 1977 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2013 war er als Lehrer an der MPS Oberer Hüttenberg in Kirch/Pohl-Göns tätig. Im Lehrkörper der Schule galt er als engagierter und hilfsbereiter Kollege.

Als Trainer übernahm Lowak im heimischen Raum einige Mannschaften, etwa die Frauen der SG Kirch/Pohl-Göns und die Männer des TSV Münzenberg und des WSV Oppershofen. Seine akribische Arbeit war bekannt. Um auf dem neuesten Stand der Lehrmethoden zu sein, besuchte er permanent Fortbildungs-Lehrgänge. 1985 erwarb Wolfgang Lowak die Trainer-A-Lizenz. Der IHF-Weltverband nahm ihn bald in den Kreis der Handball-Experten auf. Von nun an war er sporadisch quasi auf dem gesamten Erdball, besonders aber im asiatischen Raum, als Trainer und Projektleiter unterwegs. Vom Schuldienst beurlaubt baute er etwa von 1986 bis 1990 neue Strukturen in Bahrain auf und bastelte dort eine Männer-Nationalmannschaft zusammen.

Sportlicher Höhepunkt seiner Trainertätigkeit dürfte aber sein Engagement bei den Bundesliga-Frauen des TV Mainzlar von 1991 bis 1994 und von 1996 bis 1998 gewesen sein. Platz vier in der Saison 1991/92 war das beste Abschneiden. Mit den Mainzlarerinnen spielte er auch international, in der Spielzeit 1993/94 im City-Cup. Nach seiner Zeit im Staufenberger Stadtteil trainierte Lowak die Frauen der SG Kleenheim und des KSV Baunatal in der 2. Bundesliga. Aus privaten Gründen zog der pensionierte Lehrer später in den Westerwald. Auch dort war er als Übungsleiter tätig. Nach einer schöpferischen Pause folgte er 2021 dem Ruf von IHF und DOSB nach Jordanien. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im November 2025 zog er mit seiner Frau Shadi nach Wiesbaden um. Wenige Wochen später wurde er im Januar 2026 von einer schweren Krankheit heimgesucht, von der er sich nicht mehr erholte. Um ihn trauern seine Ehefrau und seine drei Kinder.

Hermann Bang/Albert Mehl