Als Zehnkämpfer zum Handball-Silber
Vize-Weltmeister und Club-100-Gründungsmitglied Peter Randt wird 85 Jahre alt
Peter („Pit“) Randt, 118-maliger Nationalspieler für den Deutschen Handballverband (DHV) der DDR und Vize-Weltmeister 1970 sowie Olympiasteilnehmer 1972 in München, vollendet am Samstag, 24. Januar 2026, sein 85. Lebensjahr. Der in Güstrow im Landkreis Rostock geborene Linkshänder lebt seit der Wende in Bad Säckingen am Hochrhein an der Grenze zur Schweiz.
Die sportlichen Neigungen von Peter Randt wurden früh erkannt: Als Schüler der Kinder- und Jugendsportschule in seiner Heimatstadt Güstrow war er zunächst schwerpunktmäßig in der Leichtathletik aktiv und spielte Handball eher nebenher bei Lok Güstrow. Sein Weg als Zehnkämpfer schien vorgeprägt mit Bestleistungen unter anderem von 11,0 Sekunden über 100 Meter, 1,80 Meter im Hoch- und 6,99 Meter im Weitsprung. Das Sport-Studium führte ihn dann an die Deutsche Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig. Seine Abschlussarbeit zum Diplom-Sportlehrer hatte da schon ein handballspezifisches Thema: „Über Schlagwürfe mit Seitneigen des Körpers zur wurfarmentgegengesetzten Seite“.
Bei der Weltmeisterschaft 1967 in Schweden gehörte Peter Randt zum Aufgebot des DHV der DDR, schied aber bereits in der Gruppenphase vor den späteren Dritt- und Viertplatzierten Rumänen und der Sowjetunion aus. Seinen größten Erfolg erzielte er genau drei Jahre später bei der WM in Frankreich, wo das DDR-Team im Finale in Paris knapp mit 13:12 nach Verlängerung gegen Rumänien mit den unvergessenen Stars Gheorghe Gruia (1940-2015) und Cristian Gatu (80) unterlag. Peter Randt war auch bei der Premiere des olympischen Hallenhandballs 1972 in München dabei: Das Team von DDR-Trainer Heinz Seiler (1920-2002) verpasste hier nur knapp Bronze mit Platz vier – diesmal nach einer 19:16-Niederlage wieder gegen Rumänien, wo da schon der spätere DHB-Bundestrainer Simon Schobel (75) mitwirkte.
Unter der Überschrift „Peter Randt – der sehr gute Leichtathlet, der ein hervorragender Handballer wurde“ wird auf der Homepage des Bundesligisten SC DHfK Leipzig die Sportbiografie des Jubilars sehr ausführlich mit seiner erfolgreichen Leipziger Station nachgezeichnet (Autor: Winfried Wächter). Darin ist auch zu lesen, dass und wie der Handballsport des vielseitig talentierten Leichtathleten Randt nach und nach in das Zentrum seiner sportlichen Laufbahn während des Studiums an der DHfK rückte und welchen Anteil sein damaliger Leipziger Trainer, der Hochschul-Dozent und Handball-Fachbuch-Autor Hans-Gert Stein (1929-1998), dabei hatte, und zwar zusammen mit den Mannschaftskameraden um Torhüter Klaus Franke (1941-2025), Hannes Eichhorn (80) und den heute 86-jährigen Klaus Langhoff. Sie hatten Peter gleich unter ihre Fittiche genommen, als er erstmals zum Training erschien und seine handballerischen Fähigkeiten gleich unter Beweis stellte: „Pit brachte beste athletische Voraussetzungen aus der Leichtathletik mit und war uns als Linkshänder im Rückraum und auf Rechtsaußen natürlich besonders willkommen“, erinnert sich der Rostocker Klaus Langhoff, einst Weltmeister im Feldhandball mit der DDR und später DHB-Nachwuchstrainer, gern an die gemeinsame Spielzeit mit „Pit“ in Leipzig, wo beide mit dem SC DHfK 1966 den Europapokal der Landesmeister gewannen und viermal DDR-Meister wurden.
Beruflich arbeitete Peter Randt in den 1970er Jahren auch als Handballtrainer zunächst beim SC Empor Rostock (unter anderem in der DDR-Oberliga als Assistent von Klaus Langhoff); in den 1980er Jahren war er für die Juniorenauswahl des DHV der DDR verantwortlich und zwischendurch als „Entwicklungstrainer“ beim Chinesischen Handballverband im Einsatz. Nach der Wende fand er eine Anstellung als Sportlehrer in einer Reha-Klinik in Bad Säckingen und betreute viele Jahre vor Ort die Handballmannschaften von DJK Bad Säckingen.
Sportlich fit hält sich „Pit“ immer noch mit regelmäßigem Schwimmen und Spaziergängen. Seinen 85. Geburtstag feiert der Jubilar ganz familiär zusammen mit Ehefrau Sabine. Vorstand und Präsidium des DHB schließen sich den zahlreichen Glückwünschen zum 85. Geburtstag von Peter Randt an, der mit seinen über 100 Länderspieleinsätzen auch zum Gründungsmitglied des Club 100 im DHB gehört.
(Prof. Dr. Detlef Kuhlmann / Foto: Imago Images/Sven Simon)