Matthias Lahr stellte auf der SPOBIS Conference 2026 Fakten zur Pricing-Strategie des DHB vor
Matthias Lahr stellte auf der SPOBIS Conference 2026 Fakten zur Pricing-Strategie des DHB vor. - Foto: SPOBIS / picture alliance

Die Fakten zum Handball-Boom: DHB-Masterclass auf der SPOBIS

09.02.2026 | Verband

 

Der DHB gibt in seiner Masterclass „Handball kann mehr“ auf der SPOBIS Conference 2026 in Hamburg Einblicke in die Arbeit zur Bewegung „Hands up for more“, Sponsoren-Aktivierungen und Ticketing-Ansätzen. 

Es gibt unterschiedliche Bilder, die derzeit rund um den Handball gezeichnet werden, sie alle meinen aber dasselbe: Talk of the town, auf der Welle surfen, im Scheinwerferlicht, Hype. Auf der SPOBIS Conference 2026, der größten Sport-Business-Messe Europas, hatten der Deutsche Handballbund und die Handball-Bundesliga einen gemeinsamen Stand und der war der auffälligste auf dem Messegelände. Hell erleuchtet mit einer großen Video-Kugel auf der Handballszenen gezeigt wurden. 

Der Januar ist klassisch die Zeit, in der der Handball wegen der Handball-EM oder -WM der Männer besonders im Fokus steht. Aber derzeit kommt viel zusammen. Die Frauen-Heim-WM im Dezember mit Silber, dann der zweite Platz der Männer bei der Europameisterschaft in Dänemark. Zwischendrin gibt HBL-Klub Füchse Berlin die Verpflichtung von Superstar Dika Mem bekannt. Ein Jahr vor der Heim-WM der Männer drängt sich das Gefühl auf, dass im Handball gerade sehr viel passt, für zahlreiche WM-2027-Spiele sind schon gar keine Tickets mehr verfügbar, noch bevor überhaupt feststeht, wer gegen wen spielt. 

Aber Gefühle sind das eine, Fakten das andere. Und deshalb lieferte der DHB in einer Masterclass auf der SPOBIS Conference Einblicke in die tägliche Verbandsarbeit, um das Thema Sichtbarkeit anhand von drei Vorträgen zu beleuchten: Wie hat man es geschafft, die Bewegung „Hands up for more“ so groß zu machen? Warum wählen Unternehmen wie der DHB-Hauptsponsor Atlas die Nationalteams als Botschafter für ihre unternehmerischen Ziele? Und wie kann man Sichtbarkeit in einen Ticket-Rekordverkaufsstart ummünzen? 

Für den Vortrag zu „Hands up for more“ ging natürlich Saskia Lang ans Mikro. Die Senior Managerin Marketing internationale Events und Frauenhandball und ehemalige Nationalspielerin wurde immer mehr zum Gesicht der Bewegung, je näher das Turnier rückte. „Wir haben mit „Hands up for more“ eine Plattform geschafften, mit der wir Dinge, die vom Verband schon vor Jahren ins Rollen gebracht wurden, in die Öffentlichkeit zu bringen“, sagte sie in der Masterclass. Das große Ziel war es, den Frauen-Handball in Deutschland nachhaltig zu fördern und besser aufzustellen. 

Aus der Kommunikationskampagne „Hands up for more“ für viel mediale Aufmerksamkeit und starken Ticketverkauf wurde eine Bewegung – mit „Five reasons to believe“: Aufmerksamkeit (Beispiele: der Hype um das Sondertrikot oder die Aktion Voices for more), Respekt (Schiedsrichterinnen-Aktionen), Sicherheit (Safe Sport Code im Handball), Substanz (Bundesstützpunkte für den Frauen-Handball) und Engagement (diversere Gremien im DHB). „Der Start von ,Hands up for more’ hat den Grundstein für alles gelegt, was in dem Jahr danach von uns mit Leben gefüllt wurde“, erklärte Saskia Lang auf der Bühne. Die Sichtbarkeit sei stark erhöht worden. 

Um Sichtbarkeit ging es auch im Vortrag von Maximilian Finke, Head of Marketing des DHB-Hauptsponsors Atlas. Finke erklärte, wie ein Hersteller von Sicherheitsschuhen mit dem Handball im Allgemeinen und dem DHB im Besonderen seine Marketingziele erreicht. Werte, Emotionen, Leidenschaft passen ideal zu Atlas, die große Zielgruppe und die Heim-Turniere im Jahrzehnt des Handballs bauen eine große Bühne. Dadurch lassen sich Markenbekanntheit, Image-Transfer, Emotionalisierung und Kundenbindung erreichen. Auch für das Employer Branding hat diese Partnerschaft große Vorteile. Denn Events in ausverkauften Hallen sind schöne Mitarbeiter-Erlebnisse. 

Ausverkaufte Hallen war das Stichwort für den dritten Vortrag. Hier erklärten Jan Dreisbach, Director der Agentur Two Circles, Matthias Lahr, Leiter Digitales Marketing beim DHB, und Jona Stachelhaus, Manager Ticketing und Hospitality beim DHB, mit vielen spannenden Details die Pricing-Forschung und das Digitale Marketing beim Ticketing für die Heim-WM 2027.  

„200.000 Tickets in 50 Tagen - das hat es im Handball vorher noch nie gegeben“, sagte Matthias Lahr. Und auch wenn schon die vergangenen Heim-Turniere sehr gute Verkaufszahlen vorzuweisen hatten, vor der WM 2027 wollte man Dinge optimieren.  „Bei der letzten Euro wurde spät verkauft, das wollen wir dieses Mal nicht“, erklärte Jan Dreisbach. „Wir wollten einen fulminanten, erfolgreichen Ticketstart und wollten ein Gefühl erzeugen: ,Wenn ich nicht dabei bin, dann verpasse ich was.’“ 

Grundlage dafür war eine intensive Pricingforschung mittels einer Conjointanalyse (Simulation von über 10.000 Kaufentscheidungen potenzieller Ticketkäufer). Das Ziel: Den Sweet Spot aus Auslastung und Preisbereitschaft treffen. Das Ergebnis: Eine marktorientierte Ticketpreisstrategie abhängig von Faktoren wie Standort oder Wochentag. „Wir machen Pricing nicht anhand von Bauchgefühl“, sagte Jan Dreisbach. „Wenn es ums Ticketing geht, muss mit Marktforschung gearbeitet werden, um das zu unterfüttern, weil das Thema viel zu wichtig ist, um da nur mit Bauchgefühl und Benchmarking zu arbeiten.“ 

Jona Stachelhaus ergänzte, dass auch der Erfolg der Frauen bei der WM 2025 den Hype zusätzlich angefacht habe. Und damit wurde der Bogen gespannt zum Start der Masterclass. Von der Frauen-WM 2025 zur Männer-WM 2027. Es ist eine Boom-Phase, in der sich der Handball befindet. In der Masterclass wurde gezeigt, wie detaillierte Arbeit auch außerhalb der Hallen dazu beiträgt.