Zweites Spiel, zweiter Sieg: Die DHB-Auswahl erfüllte China auch gegen Kanada ihre Favoritenrolle. - Foto: kolektiff
Zweites Spiel, zweiter Sieg: Die DHB-Auswahl erfüllte China auch gegen Kanada ihre Favoritenrolle. - Foto: kolektiff

Nordmeyer-Team feiert Rekord-Erfolg gegen Kanada

25.06.2026 | U-Teams

 

46:11-Sieg im zweiten WM-Spiel in China

Die ersten beiden Spiele der U20-Weltmeisterschaft weiblich in China sind absolviert, sie waren die vermeintlich einfachsten im Verlauf des Turniers. 24 Stunden nach dem 39:22 gegen Brasilien setzte die deutsche Mannschaft am Donnerstag gegen Kanada noch einen drauf. Die DHB-Auswahl dominierte die Begegnung von der ersten bis zur letzten Minute. Der 46:11 (22:7)-Endstand drückt die Überlegenheit der Mannschaft von Trainer Christopher Nordmeyer aus und war ein Erfolg mit historischen Ausmaßen: Noch nie zuvor hatte eine weibliche U20 Deutschlands bei einem WM-Spiel mit einem so deutlichen Unterschied gewonnen. Der bisherige Bestwert datierte aus dem Jahr 2018 und stammte vom 51:19 gegen Ägypten. „Wir freuen uns sehr, dass wir es schaffen, gegen schwächere Mannschaften so gut zu verteidigen. Man muss sich jeden Sieg erarbeiten. Das haben wir beeindruckend geschafft und mit unserem hohen Ergebnis ein weiteres Zeichen gesetzt", sagte Christopher Nordmeyer.

Er nutzte die Partie gegen die „Ahornblätter“, um endgültig alle Spielerinnen ins WM-Turnier hineinzuführen. So erhielt die gegen Brasilien am Vortag noch geschonte Aylin Bornhardt ihre ersten Einsatzminuten. Sie stand am Kreis in der Anfangsformation. Diese besaß ohnehin ein gänzlich anderes Gesicht als in der Auftaktbegegnung. Lara Egeling, Kim Ott, Hannah Gutzeit, Aida Mittag, Farrelle Njinkeu und Aylin Bornhardt übernahmen den ersten Part, im Tor stand Merle Muth, die nahtlos an die von Lena Lindemann im Rumänien-Spiel gezeigte Leistung anknüpfte. Sie kam auf eine großartige Quote von 61 Prozent.

Zehn Minuten lang hielt Kanada einigermaßen mit, weil Mahély Lemaire im rechten Rückraum den Überraschungseffekt auf ihrer Seite hatte und viermal blitzsauber traf (4:7, 10.). Dann machte sich der erwartete Leistungsunterschied bemerkbar. Der Angriff rollte von Beginn auf Hochtouren, jetzt steigerte sich auch die Abwehr noch einmal. Merle Muth musste zwischen der 13. und 32. Minute nur zwei Würfe passieren lassen. Immer häufiger endeten Kanadas Angriffe mit technischen Fehlern anstatt mit Torabschlüssen, sodass sich im Umschaltspiel reihenweise Tempogegenstoß-Möglichkeiten ergaben, die Aylin Bornhardt, Farrelle Njinkeu und Co. traumwandlerisch sicher verwandelten – bis gegen Mitte der zweiten Halbzeit. Dann endeten ein paar Würfe an Pfosten und Latte beziehungsweise mit Paraden der kanadischen Torhüterinnen. Kim Ott machte schließlich die 40 voll (40:16, 52.), danach folgte ein weiteres halbes Dutzend Treffer auf dem Weg zum Rekordsieg. Die Endphase gehörte Jana Walther, die zuvor kaum zum Abschluss gekommen war und sich mit fünf Toren innerhalb weniger Minuten ein gutes Gefühl für das Bevorstehende holte. 

Ab jetzt werden die Aufgaben deutlich schwieriger. Am Samstag schließt die DHB-Auswahl die Vorrundenphase gegen Rumänien. Ab 12.15 Uhr deutscher Zeit (live bei DYN) geht’s um den Gruppensieg. 

Deutschland: Lindemann, Muth – Gutzeit (1), Walther (5), Egeling (6), Njinkeu (6), Mittag (1), Rohr (4), Litvinov (2), Lammich, Bornhardt (8), Kern (2), Niemann (2), Klocke (3), Tucholke (3), Ott (3).
Schiedsrichter: Ahmad Gheisarian/Amir Gheisarian (Iran)
Zeitstrafen: Kanada 5 – Deutschland 1
Siebenmeter: Kanada 3/1 – Deutschland 2/2.