Janne Overbeck bewies auf Linksaußen mit neun Toren ein sicheres Händchen. – Foto: Kolektiff
Janne Overbeck bewies auf Linksaußen mit neun Toren ein sicheres Händchen. – Foto: Kolektiff

DHB-Team kommt gegen die Niederlande zu spät in Fahrt

04.08.2026 | U-Teams

 

Nach 26:29-Niederlage geht’s um die Plätze 13 bis 16

Die deutsche U18-Nationalmannschaft weiblich hat die Hauptrunde der Weltmeisterschaft in Rumänien mit einer 26:29 (14:20)-Niederlage gegen die Niederlande abgeschlossen und beendet diese somit auf dem vierten Platz. „Wir sind zwar enttäuscht, machen aber bis zur letzten Sekunde weiter“, sagt Bundestrainer Gino Smits vor den nun beiden anstehenden Partien um die Ränge 13 bis 16 am Donnerstag und Freitag.

Die Niederlage gegen Montenegro am Tag zuvor, durch die keine Chance mehr auf das Erreichen des Viertelfinales bestand, ging nicht spurlos an der deutschen Mannschaft vorbei. Schon in der ersten Auszeit nach sieben Minuten beim Stand von 2:6 forderte Smits mehr Dynamik und Vollgas. Ein paar Minuten lang beherzigte seine Mannschaft diese Vorgaben anschließend, sodass sie zum 6:7 aufschloss, aber einmal mehr war es just in dem Moment, als man den Zugriff auf Gegner und Partie zu finden schien, dass sich die einfachen Fehler wieder häuftn. „Wir hatten uns vorgenommen, die Abwehrspielerinnen zu binden und dann mit eins, zwei Pässen klare Chancen herauszuspielen. Leider haben wir zu schnell den Abschluss gesucht“, analysierte der Bundestrainer später. Während bei seiner Mannschaft die Verunsicherung spürbar war, erspielte sich Oranje einen Lauf, kam durch trockene Rückraumwürfe und Tempotore ausgangs der ersten Halbzeit zu einer Führung von bis zu sechs Toren (15:9, 20:14).

In der WM-Vorbereitung hatte Deutschland seinen Nachbarn noch zweimal geschlagen, aber der entwickelte sich im Laufe des Turniers weiter und holte sich durch gute Ergebnisse Euphorie ab. „Bei uns waren leider einige Aktionen dabei, in denen wir uns nicht an das gehalten haben, was wir trainiert hatten“, nannte Smits zum Beispiel die richtigen Wege im Umschaltspiel. In der zweiten Halbzeit steigerte sich die DHB-Auswahl deutlich. Nach dem maximalen Abstand von acht Toren nach 38 Minuten (15:23) ging noch einmal ein Ruck durchs Team. Mit mehr Konsequenz sowie einer prima aufgelegten Janne Overbeck auf Linksaußen, ging’s bergauf. Sie verkürzte in der 43. Minute zum 20:24, noch war genügend Zeit, um das Ergebnis zu drehen. Nur die Belohnung für die jetzt viel besser agierende Deckung, die nach der Pause nur noch neun Gegentore kassierte, blieb aus. Smits: „Wir haben die Niederlande zu technischen Fehlern gezwungen. Das war gut. Aber dann unterliefen uns zu viele Fehler bei den Basics.“ Insgesamt zeigte die Statistik 19 technische Fehler. Das waren zwar weniger als beim Gegner (25), aber weil dazu bei Deutschland eine deutlich schwächere Trefferquote kam, gab es keine Chance mehr, den deutlichen Rückstand aufzuholen. Mit einer guten Endphase schloss man zum 26:29-Endstand auf, was aber nichts mehr daran änderte, dass es jetzt um die Ränge 13 bis 16 geht.

Erster Gegner in den Platzierungsspielen wird am Donnerstag ab 10.30 Uhr deutscher Zeit (live bei DYN) die Mannschaft aus Slowenien sein. Vom Ausgang dieser Partie hängen Gegner und Anwurfzeit der Partie am Freitag ab. Möglich Kontrahenten sind dann Südkorea und Schweden.

Deutschland: Wagner, Willuhn – Lehmann, Walther (1), Kastner (2), Rusko (7), Stenzel, Jördens (1), Hofer (1), Reymann (1), Kugler (1), Kasper (1), Külker (2), Overbeck (9), Schatton.
Schiedsrichterinnen: Roua Haggui/Sahar Haggui (Tunesien).
Zeitstrafen: Deutschland 3 – Niederlande 3.
Siebenmeter: Deutschland 1/0 – Niederlande 2/2.