Hans Artschwager
Foto: Wolfgang Schmidt

DHB-Vizepräsident Hans Artschwager wird 70 Jahre alt

14.08.2026 | Verband

 

Seit über 50 Jahren dabei: Ein besonderer Lebensweg für den Handball

Er gehört dem aktuellen Präsidium des Deutschen Handballbundes (DHB) mit am längsten an, und er ist der älteste Vizepräsident im elfköpfigen DHB-Präsidium. Wenn seine sonore Stimme erklingt, dann schwingen die Erfahrungen aus über 50 Jahren ehrenamtlichen Engagements im und für den Handballsport von der Vereins- bis zur Bundesebene immer mit. Mit Hans Artschwager aus Hildrizhausen im Landkreis Böblingen vollendet am Samstag, dem 15. August 2026, eine der prägenden Persönlichkeiten des deutschen Handballs sein 70. Lebensjahr.

Wer den Lebensweg von Hans Artschwager besser verstehen möchte, der sollte jedoch nicht gleich mit seinen Ehrenämtern im Handball beginnen. Die Wurzeln seines Wirkens liegen an einem anderen Ort – ganz genau: im Waldhaus in Hildrizhausen, einer Jugendhilfeeinrichtung, die Hans als Diplom-Sozialpädagoge fast 40 Jahre hauptberuflich geleitet hat. Sie wurde einst von seinem Vater aufgebaut und wird nun u.a. von seiner Tochter Lisa weitergeführt. Die Waldhaus Jugendhilfe kümmert sich um die sozialen Belange von Kindern, Jugendlichen und jungen Familien im Landkreis Böblingen.

Hans Artschwager entwickelte dort über viele Jahrzehnte eine Haltung, die später auch sein reichhaltiges ehrenamtliche Engagement im Handball prägen sollte: „Vor allem jungen Menschen eine Chance geben und sie fördern, soziale Teilhabe ermöglichen und ihnen Verantwortung übertragen, um eine starke Gemeinschaft zu gestalten. Das war mein Fundament aus dem Waldhaus. Das habe ich später auch im Handballsport anzuwenden versucht“, beschreibt Hans Artschwager jetzt mit 70 Jahren rückblickend seinen außergewöhnlichen Lebensweg.

Dabei entdeckte der gebürtige Stuttgarter schon früh seine eigene Leidenschaft für den Sport und insbesondere für das Handballspiel: Als Schulsportreferent seines Gymnasiums in Herrenberg organisierte Hans selbst Handballturniere, aber auch andere Schulsportveranstaltungen. Im Jahr 1972 erlebte er als Jugendlicher die olympischen Handballspiele zusammen mit seinem Vater in der neu eröffneten Böblinger Sporthalle, wo er auch die Heimspiele des Bundesliga-Gründungsmitglied SV Möhringen verfolgte.

Parallel zu seiner eigenen Karriere auf „Linksaußen“ trainierte Hans schon mit 16 Jahren die erste Jugendmannschaft. Unmittelbar nach dem Abitur erwarb er die Trainer-C-Lizenz, später kam die B-Lizenz hinzu. Als Vereinstrainer wirkte Hans Artschwager u.a. quasi „hausintern“ beim BC Waldhaus, ferner beim SV Böblingen, später bei der SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen und der HSG Schönbuch, deren Entstehung er maßgeblich mitgestaltete. Vor allem im Mädchen- und Frauenhandball feierte Trainer Hans beachtliche sportliche Erfolge und begleitete zahlreiche junge Spielerinnen auf ihrem Weg bis in die nationale Spitze.

Neben dem Trainer-Job übernahm der Jubilar zusätzlich früh Aufgaben als Jugendleiter, Schiedsrichter und Lehrwart im Bezirk Nagold: „Bei all meinen Wegen im Sport war mir immer wichtig, drei Leitplanken aufzustellen: Ich wollte immer Verantwortung übernehmen, Menschen begeistern und Strukturen aufbauen“, verrät Hans Artschwager die Gründe für sein leidenschaftliches Engagement bei der Entwicklung des Handballsports.

Hans Artschwager gehört dem DHB-Präsidium seit 2017 als Vizepräsident auf Vorschlag der Vertretungen der Landesverbände an. Ferner leitet er bis heute die 2017 ins Leben gerufene Konferenz der Landesverbände des DHB als Vorsitzender. Ebenso beeindruckend ist seine Ehrenamts-Karriere auf Landesebene in Baden-Württemberg:

Ab dem Jahre 2008 lenkte Hans Artschwager fast zwei Jahrzehnte als Präsident und Nachfolger des späteren DHB-Präsidenten Bernhard Bauer die Geschicke des Handballverbandes (HV) Württemberg. Hier gehörte er zu den treibenden Kräften der Fusion zum Baden-Württembergischen Handballverband, die im Juni 2025 im Schloss Bebenhausen bei Tübingen vor über 100 geladenen Gästen beim HV Württemberg gefeiert wurde. Viele administrative Impulse (z.B. moderne Verbandsstrukturen, Digitalisierung etc.) tragen ebenso seine Handschrift wie andere innovative Initiativen – bestes Beispiel: der Grundschulaktionstag, der heute bundesweit zu den erfolgreichsten Nachwuchsprojekten des DHB zählt.

Zum 70. Geburtstag von Hans Artschwager findet DHB-Präsident Andreas Michelmann besondere Worte voll des Lobes und gratuliert im Namen des DHB-Präsidiums: „Hans hat nie gefragt, was ein Amt ihm gibt. Er hat immer gefragt, was er selbst für andere bewegen kann. Mit dieser Haltung hat er den DHB über viele Jahre geprägt und bereichert. Wir wünschen ihm für das neue Lebensjahr viel Gesundheit und weiterhin große Schaffenskraft.“

Und Mark Schober als hauptamtlicher DHB-Vorstandsvorsitzender ergänzt: „Hans Artschwager ist seit mehreren Jahrzehnten eine prägende Persönlichkeit im deutschen Handball. Ich arbeite seit knapp 20 Jahren mit Hans in unterschiedlichen Konstellationen zusammen und mir imponiert seit dem ersten Tag seine enorme Leidenschaft und seine Weitsicht, mit der er den Handball nicht nur in Baden-Württemberg, sondern deutschlandweit vorantreiben möchte. An viele Entwicklungen, die der Handball in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten gegangen ist, war Hans federführend beteiligt und dafür bin ich ihm sehr dankbar. Die Fusion der Verbände in Baden-Württemberg ist ein Beispiel dafür. Im Namen der gesamten Geschäftsstelle des DHB wünsche ich Hans alles Gute zum 70. Geburtstag und für das neue Lebensjahr ganz besonders Gesundheit. Ich freue mich sehr auf die weitere gemeinsame Zusammenarbeit im DHB-Präsidium."

 

Prof. Dr. Detlef Kuhlmann