An der Abwehrarbeit lag es nicht, dass die deutsche Mannschaft ihre erste Niederlage bei dieser WM kassierte. - Foto: kolektiff
An der Abwehrarbeit lag es nicht, dass die deutsche Mannschaft ihre erste Niederlage bei dieser WM kassierte. - Foto: kolektiff

DHB-Team lässt Spiel nach Comeback zu schnell kippen

01.08.2026 | U-Teams

 

Weibliche U18 verliert bei der WM mit 24:27 gegen Spanien

Die deutsche U18-Nationalmannschaft weiblich startet am Montag mit null Punkten in die Hauptrunde der Weltmeisterschaft in Rumänien. Gegen Spanien hatte man nach einer ausgeglichenen Partie mit 24:27 (11:13) das Nachsehen. Zu viele Fehlwürfe in der ersten Halbzeit und ein zu schnelles Einbüßen einer 20:18 nach einem starken Comeback kosteten mehr. „Spanien hat verdient gewonnen, aber das lag auch daran, weil wir uns nicht belohnt haben. Es war ein Spiel auf Augenhöhe", sagte Bundestrainer Gino Smits.

„Wir brauchen gegen Spanien über 60 Minuten eine gute, konzentrierte Leistung“, wusste Smits vor dem Vergleich seiner Mannschaft mit dem stärksten Gegner in Vorrundengruppe C. Vom Level her kein Vergleich mit dem Leistungsvermögen von Usbekistan sowie Guinea am Mittwoch und Donnerstag, und auch nicht vom Ergebnis her. Gegen Guinea hatte der Bundestrainer gewisse Problemchen im überschaubaren Ausmaß gegen die unorthodoxe Spielweise der Afrikanerinnen ausgemacht. Gegen den EM-Vierten von 2025 wusste man eher, was auf einen zukommen. Das verteidigte die DHB-Auswahl mit starker Kompaktheit zunächst gut. Die Ibererinnen mussten großen Aufwand für ihre Torerfolge betreiben. Erst nach sieben Minuten musste sich Torhüterin Marlene Wagner erstmals geschlagen geben. Zuvor hatte sie bereits den ersten Siebenmeter abgewehrt. 

Aber Deutschland belohnte sich nicht entscheidend für seine starke Deckungsleistung. Einige technische Fehler und Fehlwürfe verhinderten, dass man das Spiel nach der 3:1-Führung besser unter Kontrolle bekam. Die DHB-Talente büßten ihren Vorsprung sogar ein. Das spanische 5:4 nach einem Drei-Tore-Lauf bedeutete den erstmaligen deutschen Rückstand im Turnierverlauf. Der Angriff blieb in einer zerfahrenen Begegnung das Problem, sodass Gino Smits nach der ersten Überzahl, aus der seine Schützlinge mit einem 1:2 herausgegangen waren, die erste Auszeit in Anspruch nahm. Eine spürbare Steigerung trat auch danach nicht ein, es blieb Sand im Getriebe. Deutschland behielt zwar permanent Kontakt, aber dass Fine Stenzels 7:6 (18.) die letzte Führung im ersten Durchgang bedeutete, kam nicht von ungefähr. Mit Ausnahme der Siebenmeterquote und der Zahl der technischen Fehler (sechs deutsche, acht spanische) hatte das Team der ehemaligen Trierer Erstliga-Spielerin Cristina Cabeza im ersten Durchgang in allen Kategorien Vorteile. Am deutlichsten bei der Wurfquote mit 72 gegen 46 Prozent. Marlene Wagner hatte zwischen den Pfosten zwar stark begonnen, stand gegen die vielen einfachen spanischen Tore aus der Nahdistanz nach Durchbrüchen aber auf verlorenem Posten da. Auch die Verteidigung konnte nicht das anfangs gezeigte Niveau halten. Smits: „Wir sind leider nicht mehr so gut in die Zweikämpfe gekommen."

Für Platz Gruppenplatz eins und um zwei Punkte in die Hauptrunde mitzunehmen, musste eine Leistungssteigerung her. Die Fehlwürfe blieben ein Begleiter, aber das machte die Smits-Sieben mit Kampfgeist und Moral wett. Eine Schlüsselaktion war Marlene Wagners Glanzparade, die das 14:18 verhinderte (38.). Schlagartig kippte das Spiel. Trotz einer anschließenden Unterzahl startete Deutschland einen 4:0-Lauf. „Wir haben jetzt besser unseren Rhythmus gefunden und erkannt, wann wir die Abschlüsse suchen und wann ins Eins-gegen-Eins gehen müssen. In der ersten Halbzeit waren wir in vielen Aktionen zu dicht an der Abwehr dran", analysierte Smits. Die Verteidigung stand wieder deutlich stabiler, provozierte technische Fehler und vorn übernahmen Luna Külker sowie Megann Rusko Verantwortung. Külker vom deutschen Meister HSV Solingen-Gräfrath holte beim 18:17 für Deutschland die erste Führung seit dem 7:6 zurück (43.). Janne Overbeck legte sogar das 20:18 nach (46.). Die Wende schien eingeleitet zu sein. Aber der Schein trog. Zu schnell büßte Schwarz-Rot-Gold danach diesen Vorteil ein. Spaniens 3:0-Antwort drehte das Ergebnis erneut – diesmal final. Noch einmal kam Smits‘ Team nicht mehr zurück, weil der Gegner in der Crunchtime etwas abgebrühter und nervenstärker wirkte.

Deutschland: Wagner, Willuhn – Lehmann, Walther, Kastner, Rusko (6), Stenzel (5), Jördens (3/1), Hofer, Reymann (3), Kugler, Kasper, Hardekopf, Külker (4), Overbeck (3), Schatton.
Schiedsrichter: Titouan Picard/Pierre Vauchez (Frankreich).
Zeitstrafen: Spanien 1 – Deutschland 4.
Siebenmeter: Spanien 4/2 – Deutschland 2/1.