Malte Elze (rechts) lässt seine Emotionen raus. - Foto: Nikola Cimburovic
Malte Elze (rechts) lässt seine Emotionen raus. - Foto: Nikola Cimburovic

Gegen Slowenien und Frankreich ums Viertelfinalticket

02.08.2026 | U-Teams

 

U18m: Bundestrainer und Kapitän ziehen Vorrundenbilanz und blicken auf die Hauptrunde voraus

Ungeschlagen und mit den meisten Toren aller 24 Teilnehmer hat die deutsche Nationalmannschaft die Vorrunde der U18-Europameisterschaft in Serbien beendet. Nun warten am Montag und Dienstag mit Slowenien und Frankreich (jeweils um 17 Uhr, live bei EHFTV) allerdings zwei andere Kaliber in der Hauptrunde. Vor dem Start in die nächste Turnierphase standen Bundestrainer Erik Wudtke und Kapitän Malte Elze am Sonntagmorgen Rede und Antwort im digitalen DHB-Medientermin. Im Fokus stand unter anderem eine Nachnominierung im Kader der DHB-Auswahl: Tim Thielicke reist am Sonntag in Belgrad an. Nachdem der 18-jährige Spielmacher vom SC Magdeburg in der Vorbereitung wegen Rückenproblemen nicht teilnehmen konnte, trainierte er vergangene Woche im Team von Bennet Wiegert mit, und erhielt nach zwei Testspiele grünes Licht von Verein und DHB für seine Reise nach Belgrad. 

„Das war eine Superabstimmung mit Bennet Wiegert“, lobte Wudtke: „Tim ist ein Spieler, der bei uns fest zum Kader gehörte. Gemeinsam mit dem SCM haben wir beschlossen, ihm Zeit zu geben., Er hat sich im Training und den Testspielen gegen Coburg und Opole gesteigert, also haben wir beschlossen, dass er zu uns kommt. Mit Ausnahme von Leo Nowak haben wir nun den eigentlich für die EM geplanten Kader auch komplett“, sagt Wudtke. Für den Bundestrainer besticht Tim Thielicke in der Spielführung über ein großes Maß an Kreativität, kann eine zentrale Rolle im Rückraum übernehmen. „Vor allem in der Kooperation mit unserem Magdeburger Kreisläufer Malte Elze ist Tim sehr stark und kann unserem Spiel mehr Führung geben. Zudem kann er so weitere internationale Erfahrung sammeln.“ Wie Elze hat auch Thielicke einen Profivertrag beim deutschen Meister unterschrieben, insgesamt stehen nun vier Magdeburger im EM-Kader. 

Auch Kapitän Elze freut sich auf die Rückkehr seines SCM-Mannschaftskameraden: „Es ist super, dass Tim wieder auf der Platte steht und seine Rückenverletzung überstanden hat. Wir sind ein gut eingespieltes Duo.“ Als Team glänzen muss die DHB-U18 auch in den beiden Hauptrundenspielen gegen Slowenien (Montag, 17 Uhr) und Frankreich (Dienstag, 17 Uhr), um den Einzug ins Viertelfinale zu schaffen. Als Gruppensieger oder Gruppenzweiter ist man definitiv unter den besten Acht, dazu kommen noch die zwei besten Dritten der drei Gruppen. Slowenien startet mit 2:0 Punkten, Deutschland und Serbien mit 1:1 Zählern, Frankreich mit 0:2. 

„Das werden zwei harte Spiele“, sagt Wudtke: „Frankreich ist körperlich sehr stark, hat physisch sehr präsente Spieler mit Masse und Power dabei, die muss man mit Einsatz bremsen. Slowenien ist eine sehr spielstarke Mannschaft, mit Beweglichkeit, Cleverness, Ruhe und Abgezocktheit im Angriff. Sie werden uns richtig fordern, auch mit ihrem körperlich starken Mittelblock.“ Für Wudtke ist zudem der Slowene Jaka Podvrsic der bislang beste Turnierspieler. Der Rückraumspieler erzielte bereits 31 Treffer in drei Spielen.   

An den zweiten Gegner Frankreich hat Malte Elze gute Erinnerungen: in bislang fünf Duellen gab es vier deutsche Siege und ein Remis. Aber speziell auf den Kreisläufer wartet ein physisch anstrengendes Duell: „Ich freue mich drauf, auch wenn das hier kein Jugendhandball mehr ist, sondern Männerhandball. Gegen Frankreich werden wir körperlich stärker gefordert, als Kreisläufer nehme ich diesen Kampf gerne an, wir werden alles rein-investieren.“  Zunächst aber gilt der ganze Fokus den Slowenen – am Sonntagabend im Abschlusstraining und am Montagvormittag bei der Videovorbereitung. 

In ihrer Analyse der Vorrunde mit zwei deutlichen Siegen gegen Italien (48:26) und die Türkei (45:23) sowie dem 27:27-Remis im hitzigen Duell gegen Serbien betonen Bundestrainer und Kapitän den Lerneffekt: „Wir konnten aus jedem Spiel etwas mitnehmen, vor allem aus dem sehr emotionalen Spiel in hitziger Stimmung gegen Serbien“, sagt Elze: „Der Teamgeist wurde von Spiel zu Spiel stärker, gegen Serbien haben wir extrem zusammengestanden, um uns zu wehren. Jetzt wollen wir diese Chemie noch weiter ausbauen. Dabei sind natürlich die positive Energie und die Emotionen sehr wichtig.“ 

Für Wudtke gehen die Erfahrungen sogar noch weiter hinaus: „Das ist nicht nur wichtig fürs Turnier, sondern für die Zukunft der Spieler. Gerade das Spiel gegen Serbien war sehr wertvoll. In einer sehr hitzigen Atmosphäre war es nicht leicht für uns zu bestehen, angesichts der Provokationen und Anfeindungen, die bei einem Jugendturnier eigentlich nichts zu suchen haben. Aber es passiert eben, das müssen wir mitnehmen, dass sich die Spieler noch mehr abschirmen gegen solche Einflussnahme von außen.“  

Gegen die Türkei und Italien habe sich sein Team dann sehr gut auf unterschiedliche Spielweisen eingestellt: „Wir haben schnell Lösungen gefunden, waren konsequent und diszipliniert im Abschluss, hatten eine hohe Trefferquote im Tempospiel, die wir auch in den nächsten Partien brauchen, wenn wir nicht so viele Gegenstöße haben werden.“  

Dass sein Team mit 120 Treffern die meisten Vorrundentore aller 24 Teilnehmer erzielte, ist für Wudtke darin begründet, dass die übrigen Gruppen deutlich ausgeglichener besetzt waren. „Wenn man sieht, dass Mannschaften wie Schweden und Norwegen sich nicht für die Hauptrunde qualifiziert haben, sondern um die Plätze 13 bis 24 spielen, zeigt es, wie dicht der europäische Nachwuchshandball zusammengerückt ist.“ 

Ein großes Lob zollt Wudtke seinem Trainerteam mit seinem Assistenten Fabian Gramattke, Torwarttrainerin Isabell Roch und Delegationsleiter Martin Heuberger: „Wir sind ein eingespieltes Quartett. Fabian ist ein akribischer, analytischer Kollege, der während des Spiels wertvolle Hinweise gibt, Rochi trägt mit großer Kompetenz und sehr konkretem Plan die Verantwortung für die Torhüter, und Martin hat ja auch schon ein paarmal bei Nachwuchsspielen auf der Bank gesessen. Inklusive unseren Physios und Ärzten bin ich froh und dankbar, auf diesen Kompetenzen zurückgreifen zu können."   

Hauptrundenspiele der deutschen U18 in Belgrad: 

Montag, 3. August, 17 Uhr: 

Deutschland – Slowenien 

Dienstag, 4. August, 17 Uhr: 

Deutschland – Frankreich 

(alle Spiele als kostenpflichtiger Livestream auf ehftv.com)