Adele Kasper führt die deutsche U18-Nationalmannschaft in Rumänien als Kapitänin auf die Platte. - Foto: René Weiss
Adele Kasper führt die deutsche U18-Nationalmannschaft in Rumänien als Kapitänin auf die Platte. - Foto: René Weiss

„Gute-Laune-Mannschaft“ startet in die WM

28.07.2026 | U-Teams

 

U18 weiblich: Teamentwicklung stimmt Trainer Smits zuversichtlich


Die Geschichte des weiblichen DHB-Nachwuchses der Jahrgänge 2008 und 2009 ist eine besondere. Vor einem Jahr spielte er damals noch als U17-Auswahl durch die enge zeitliche Abfolge in zwei komplett unterschiedlichen Formationen bei Europameisterschaft und EYOF, sodass ein große Anzahl an Spielerinnen internationale Erfahrungen sammelte. Die 2009er-Spielerinnen gewannen beim EYOF Gold, die 2008er belegten bei der EM Platz elf. Jetzt führte Bundestrainer Gino Smits für die U18-Weltmeisterschaft in Rumänien beide Jahrgänge zusammen und ist gespannt, was diese Einheit ab Mittwoch bewegen kann. „Wir haben uns spielerisch super weiterentwickelt und als Team viel dazugelernt. Das Vertrauen ineinander und der Teamspirit sind wichtig für unser Spiel. Wir sind aufgeschlossen, emotional, fröhlich – eine Gute-Laune-Mannschaft“, charakterisiert Kapitänin Adele Kasper das Team. Taktisch knüpften die Trainer an das Einstudierte aus 2025 an, auf dem Weg zur WM ging es überwiegend um die Teamentwicklung sowie anschließend um die Qualität der Einzelspielerinnen und in den Kleingruppen-Kooperationen. Drei EYOF-Teilnehmerinnen, elfmal EM-Erfahrung und drei Debütantinnen bei einem großen Turnier bilden den 16-köpfigen Kader. Bei der Integration der Turnier-Neulinge hilft auch Kapitänin Kasper. Hilfsbereitschaft, eine positive Einstellung und das Mitziehen der Spielerinnen machen die 18-Jährige vom Frankfurter HC aus, die nicht nur einen Blick für das Handballerische, sondern auch für das Organisatorische an. 

„Wir haben nach EYOF und EM mit einem Blanko-Zettel angefangen und geschaut, wer sich wie weiterentwickelt hat. Dabei haben wir deutlich gespürt, wie Spielerinnen auf WM-Niveau kommen können, wenn sie im entsprechenden Umfeld mit höherem Widerstand trainieren können. Bei einer Europa- und Weltmeisterschaft herrscht Drittliga-Niveau. Es reicht als Vorbereitung nicht, nur in der Jugend zu spielen. Unsere Nationalspielerinnen befinden sich eine Stufe höher als andere Jugendspielerinnen. Deshalb müssen sie in den Vereinen auch dort gefördert werden“, appelliert Smits in Richtung der Klubtrainer, dass Erfahrung und Praxis im Aktivenbereich das A und O sind.

Smits denkt in Rumänien Schritt für Schritt. In der Vorrunde warten zunächst mit Usbekistan (Mittwoch, 13 Uhr deutsche Zeit) und Guinea (Donnerstag, 13 Uhr deutsche Zeit) zwei Gegner, die normalerweise kein Stolperstein darstellen sollten. Alle erwarten am Samstag, 13 Uhr deutsche Zeit, gegen Spanien das „Endspiel“ um den dem ersten Platz in Gruppe C. Alle Spiele mit deutscher Beteiligung werden live bei DYN übertragen. Vor einem Jahr spielte Deutschland in der EM-Hauptrunde gegen Spanien und verlor mit 26:27. Es war eine von mehreren Begegnungen, in denen das DHB-Team dem Gegner auf Augenhöhe begegnete, aber nicht das erhoffte Ergebnis mitnahm. Obwohl die Mannschaft nur zwei Niederlagen kassierte, stand im Abschlussranking Position elf. „Wir hatten in der Crunchtime ein paar Probleme. Jetzt haben wir mehr Vertrauen ineinander“, hofft Smits in diesem Bereich auf eine Steigerung. Gegen Usbekistan und Guinea gibt es hingegen keinerlei Vorerfahrungen. „Wir haben kein Videomaterial vorliegen. Deshalb werden wir versuchen aus Spielen der Frauen-Nationalmannschaft Prinzipien abzuleiten. Grundsätzlich wollen wir uns aber ohnehin auf unser eigenes Spiel verlassen“, erklärt der Bundestrainer.

In der Vorbereitung scheute man nicht den Vergleich vor den ganz Großen. Gegen Europameister Slowakei stand genauso wie in zwei Tests gegen die Niederlande die gemeinsame Abstimmung auf der Agenda. „Man spürt den Spaß und die Lockerheit im Umgang miteinander, während im Training richtig geackert wird“, beschreibt Trainer Smits, wie die Mannschaft tickt. „Wir haben gegen die Slowakei als Europameister mit zwei Toren Unterschied verloren. Das gibt uns einen guten Impuls und hat uns gezeigt, dass wir oben mitspielen können“, ist Adele Kasper guter Dinge.