Marlene Wagner parierte in der ersten Halbzeit fast jeden zweiten Wurf auf ihr Tor. - Foto: Kolektiff
Marlene Wagner parierte in der ersten Halbzeit fast jeden zweiten Wurf auf ihr Tor. - Foto: Kolektiff

Pflichtaufgabe erledigt, Hauptrunde erreicht

30.07.2026 | Verband

 

Weibliche U18 schlägt auch Guinea deutlich


Die weibliche U18-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes hat bei der Weltmeisterschaft in Rumänien die zweite Pflichtaufgabe innerhalb von 24 Stunden souverän erledigt. Nach dem 44:13-Erfolg gegen Usbekistan am Mittwoch gab die Mannschaft von Gino Smits nun Guinea mit 37:21 (18:8) das Nachsehen. Die Hauptrunde ist damit bereits erreicht, am Samstag geht’s ab 13 Uhr deutsche Zeit (live bei DYN) gegen Spanien um den Gruppensieg und zwei wichtige Punkte für die Hauptrunde. Die Zeit der vermeintlich einfachsten Spiele in den anderthalb WM-Wochen ist somit jetzt beendet. „Wir wussten, dass wir dieses Spiel normalerweise gewinnen werden. Trotzdem hat Guinea uns das Leben schwer gemacht, uns wurde in der Abwehr einiges abverlangt. Sie haben sich wirklich ein Kompliment verdient“,  sagte der Bundestrainer.

Den erwarteten Leistungsunterschied machte die Smits-Sieben gegen Guinea direkt zu Beginn mit einer konzentrierten Anfangsphase deutlich. Nach sechs Minuten stand es bereits 6:0. Der Favorit machte Ernst. Natürlich wussten die Westafrikanerinnen, die am Mittwoch gegen Spanien mit 12:27 verloren hatten, um ihre Rolle. Aber der Anspruch des Trainerteams war dann doch ein anderer als eingangs gesehen. Nach der frühen Auszeit gelang der erste Torerfolg. Mit Tempotoren und Durchbrüchen, die mit der klaren körperlichen Überlegenheit zahlreich vorkamen, setzte sich Deutschland auf 12:2 ab. Welchen Wert Bundestrainer Smits darauf legte, den Fokus zu behalten, machte seine Auszeit nach zwei Gegentoren innerhalb kurzer Zeit deutlich (12:4, 21.). Guinea legte die anfängliche Nervosität ab, der Favorit war nicht mehr in jeder Aktion bei 100 Prozent. Trotzdem stand’s nach 30 Minuten 18:8. 47 Prozent abgewehrte Bälle von Torhüterin Marlene Wagner, die diesmal den ersten Part übernahm und den Staffelstab zur Pause an Lotta Willuhn weitergab, waren ein hervorstechender Wert. Und man legte die Siebenmeterschwäche aus dem Usbekistan-Spiel ab. Fine Stenzel traf zweimal vom Strich aus. Auch nach der Schlusssirene konnte Stenzel strahlen, als die achtfache Torschützin die Auszeichnung zur besten Spielerin der Partie erhielt.

Guinea versucht mit Beginn der zweiten Halbzeit etwas Neues. Teilweise attackierte man schon auf Höhe der Mittellinie den deutschen Angriff, der sich auf eine neue Aufgabe einstellen musste. Die Tore fielen jetzt ausgewogener auf beiden Seiten, vielleicht sogar etwas zu ausgewogen nach Smits‘ Empfinden. Seine Schützlinge entwickelten nicht mehr die anfängliche Kompaktheit in der Deckung. „Wir hatten teilweise Probleme mit den ständigen Positionswechseln und der Bewegung des Gegners ohne Ball. Die Bereitschaft bei uns war immer da, aber es war nicht einfach, sich auf den Stil einzustellen. Man musste erst einmal lernen, wie wir dagegen verteidigen“, merkte Smits an.

Seine Mannschaft profitierte aber weiterhin von Guineas technischen Fehlern – 31 an der Zahl. Die schnellen Außen Hanna Walther und Janne Overbeck wurden ins Umschaltspiel geschickt und trafen am laufenden Band. Overbeck tat’s mit einem außergewöhnlichen Lauf von sieben Toren innerhalb von acht Minuten. Die DHB-Treffer 22 bis 28 gingen allesamt auf ihr Konto.

Deutschland: Wagner, Willuhn – Lehmann, Walther (5), Kastner (1), Rusko (2), Stenzel (8/3), Jördens (2), Hofer (3), Reymann (2), Kugler, Kasper (2), Hardekopf, Külker (3), Overbeck (8), Schatton.