U18m: Drama-Niederlage zum Hauptrundenauftakt
DHB-Talente unterliegen Slowenien / Dramatische Schlussphase in Belgrad
Drama in Belgrad: Die deutsche U18-Nationalmannschaft hat ihr erstes Hauptrundenspiel bei der EHF EURO in Serbien verloren. Die Mannschaft von Bundestrainer Erik Wudtke verlor gegen Slowenien mit 28:30 (13:18). Beste deutsche Werfer waren Vincent Faciejew und Toma Gadza mit jeweils sieben Toren.
Die Entscheidung zugunsten der Slowenien, die nach zwei Hauptrundenspielen und vier Punkten bereits sicher im Viertelfinale stehen, fiel in einer dramatischen Schlussphase: Lief die Wudtke-Sieben lange einem drei bis vier-Tore-Rückstand hinterher, verkürzte die DHB-Auswahl knapp 45 Sekunden vor dem Ende durch Toma Gadza auf ein Tor (28:29).
Durch einen Ballgewinn im folgenden Angriff der Slowenen, hatte Deutschland mit dem letzten Angriff die Möglichkeit, eine starke Aufholjagd mit einem Punktgewinn zu krönen, leistete sich aber einen Ballverlust, den Slowenien zum 30:28-Endstand nutzte. „Wir sind natürlich erst einmal alle enttäuscht. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf in Richtung Kampf und Leidenschaft machen. Sie haben alles gegeben, was möglich war", sagte Erik Wudtke nach der Partie. „Und natürlich ist das bitter, wenn man 90 Sekunden vor dem Ende ein Minus drei aufholt und am Ende die Chance auf das Remis hat und mit einem technischen Fehler den Ball verliert. Jetzt gilt es, sich zu schütteln und an uns zu glauben und dabei werden wir die Spieler unterstützen. Denn mit Frankreich wartet der nächste Brocken auf uns."
Mit der Niederlage stehen die DHB-Talente vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Frankreich am Dienstag, 4. August, vor einem Endspiel um das Viertelfinalticket (Anwurf: 17 Uhr, live auf ehftv.com). Die finale Konstellation ergibt sich nach dem zweiten Spiel der Hauptrundengruppe I zwischen Gastgeber Serbien und Frankreich, das erst um 19.30 Uhr angepfiffen wird. Ein Sieg gegen die Franzosen ist allerdings Pflicht, um noch im Rennen um die begehrten Viertelfinalplätze zu bleiben.
Im Vergleich zum deutlichen Sieg gegen die Türkei am Samstag nahm Bundestrainer Erik Wudtke eine Kaderänderung vor: Tim Thielicke (SC Magdeburg), der nach überstandener Rückenverletzung am gestrigen Sonntag zur DHB-Delegation nach Belgrad gereist ist, rückte für seinen Vereinskollegen Mats Brigzinsky in das Spieltagsaufgebot.
Mit Thielicke auf der Mitte startete die U18-Nationalmannschaft auch gut in die Partie. In der Defensive packte die deutsche Abwehr gut zu, dahinter nahm Tjorven Knackstedt auch einige Bälle weg, sodass die DHB-Talente – trotz ebenfalls einiger Paraden vom slowenischen Torhüter – nach zwölf Minuten mit 7:4 führten.
In der Folge kam Slowenien in der Offensive besser in ihren Rhythmus und glich mit einem eigenen 3:0-Lauf die Partie aus (7:7, 15. Minute). Bis in die Schlussphase der ersten 30 Minuten blieb die Partie eng, ehe sich die Slowenen erstmals leicht absetzten (13:16, 29. Minute) – Auszeit Wudtke. Die letzte Sequenz verlief bitter: Ein Ballverlust sowie eine Parade vom slowenischen Torhüter mit anschließendem Tempogegenstoß ließen den Rückstand zur Pause auf 13:18 anwachsen.
Wudtke: „Wir sind gut ins Spiel reingekommen, mit viel Engagement und Leidenschaft in der Abwehr. Wir waren da teilweise ein bisschen zu übermotiviert, weil wir zu viel geholfen haben. So haben wir uns nicht für unsere gute Abwehraktionen belohnt und Slowenien hat getroffen. Offensiv haben wir zum Ende der ersten Halbzeit teilweise zu unvorbereite Abschlüsse genommen und auch Pech im Abschluss gehabt. Da war der Rückstand natürlich schon ein Brett."
Mit verändertem Personal – Tobias Dengler rückte für Knackstedt zwischen die Pfosten und das Flensburg-Duo Moritz Detlefsen und Constantin Minning bildeten den Innenblock – verkürzte die DHB-Auswahl den Rückstand durch drei Faciejew-Tore auf drei Tore (15:18, 34. Minute).
Deutschland lief in der gesamten zweiten dem Rückstand hinterher, der sich zunächst zwischen vier und fünf, dann zwischen drei und vier Toren einpendelte. In der Schlussphase durchbrach die Wudtke-Auswahl, die ab der 56. Minute Minning mit einer Roten Karte verlor, auch Dank einer offensiven Deckung die magische drei-Tore-Marke im Rückstand, sodass die Zuschauer in Belgrad eine hektische Schlussphase sahen – leider mit dem besseren Ende für Slowenien.
Der volle Fokus der U18-Nationalmannschaft gilt nun dem entscheidenden Hauptrundenspiel gegen Frankreich am morgigen Dienstag, 4. August, ab 17 Uhr (live auf ehftv.com). Wudtke: „Die Mannschaften haben alle ein sehr vergleichbares Niveau und wir bewegen uns alle auf Augenhöhe. Wenn wir uns auf die Eins-gegen-Eins-Duelle einlassen, müssen wir diese Zweikämpfe auch gewinnen. Das ist schon ein anderes Niveau bei der EM als in der Jugend-Bundesliga. Das merken die Spieler und daran müssen wir uns anpassen. Mit Frankreich warten große und sehr physische Spieler auf uns, da werden wir noch mehr investieren müssen, um uns mit einem Sieg für die nächste Runde zu qualifizieren. Ich finde es gut, dass das Spiel schon morgen ist, so haben wir nicht viel Zeit zum Trauern. Wir wollen morgen alles auf der Platte zeigen."
In Belgrad: Slowenien – Deutschland 30:28 (18:13)
Deutschland: Tobias Dengler (THW Kiel), Tjorven Knackstedt (VfL Eintracht Hagen); Tim Thielicke (SC Magdeburg/2/1), Moritz Detlefsen (SG Flensburg-Handewitt), Claudius Beuthner (THW Kiel/1), Julius Pöthke (TSV Burgdorf), Finn Meißner (SG Pforzheim/Eutingen), Kalle Gaugisch (JSG Balingen-Weilstetten/4), Vincent Faciejew (THW Kiel/7/2), Elvis Ernesto Kretzschmar (SC Magdeburg), Lenn Strobel (JSG Balingen-Weilstetten/3), Julius Eisend (THW Kiel/2), Toma Gadza (HSV Hamburg/7), Malte Elze (SC Magdeburg/1), Constantin Minning (SG Flensburg-Handewitt/1), Tim Löhr (Rhein-Neckar Löwen) – bester Werfer Slowenien: Maks Ilc (sechs Tore)
Schiedsrichter: Grapsas/Kyriakou (Griechenland) - Zeitstrafen: Slowenien 10 Minuten, Deutschland 8 Minuten, Siebenmeter: Slowenien 7/4, Deutschland 4/3