Ein heißer Kampf gegen den EM-Gastgeber. - Foto: Nikola Cimburovic
Ein heißer Kampf gegen den EM-Gastgeber. - Foto: Nikola Cimburovic

U18m-EM: Remis im Hexenkessel von Belgrad

30.07.2026 | U-Teams

 

Nach 27:27 gegen Gastgeber Serbien bleibt die DHB-Auswahl bei U18-EM ungeschlagen

Die deutsche U18 bleibt bei der Europameisterschaft in Serbien zwar ungeschlagen, gab gegen den Gastgeber nach einer dramatischen Schlussphase den Sieg und den vorzeitigen Gruppensieg aber aus der Hand, steht aber bereits in der Hauptrunde, egal, wie die Partien am Samstag ausgehen. Während die serbischen Spieler wie wild übers Feld liefen und sich von Fans in der ausverkauften Branislav Pokrajac-Arena in Belgrad bei tropischen Temperaturen feiern ließen, gab es bei der Mannschaft von Erik Wudtke gesenkte Häupter nach dem 27:27 (14:14). Einen Tag nach dem lockeren 48:26 gegen Italien war die Partie am Donnerstagabend die erwartet große Herausforderung gegen ein serbisches Team, das in 60 Minuten zwar nie führte, aber auch nie aufgab. 

„Das war das, was wir erwartet hatten und worauf wir die Jungs eigentlich vorbereiten wollten: eine hitzige Atmosphäre viel Einsatz und Kampf - und in strittigen Situationen wird man auch nicht bevorteilt in einem solchen Spiel. Das wussten wir alles vorher“, sagte Bundestrainer Erik Wudtke: „Wir haben einen Punkt geholt, jetzt wollen wir gegen die Türkei den Gruppensieg unter Dach und Fach bringen. Wir haben die Hoffnung, dass die Jungs etwas lernen und mitnehmen für die nächsten Spiele. Jetzt sind sie enttäuscht und traurig, unsere Aufgabe ist es jetzt, sie wieder aufzubauen und ihnen den Rücken zu stärken.“  

Nach zwei Vorrundenspieltagen liegen Deutschland und Serbien in Gruppe B nun gleichauf mit 3:1 Punkten, die Wudtke-Truppe hat aber die um 13 Tore bessere Tordifferenz. Im letzten Vorrundenspiel geht es am Samstag (14.30 Uhr - live auf ehftv.com) gegen für die DHB-Mannschaft die noch punktlose Türkei. Während auch die Italiener (2:4) neben Deutschland und Serbien noch weiterkommen können, stehen in Parallelgruppe A Slowenien und Frankreich nach zwei Partien mit der optimalen Ausbeute von 4:0 Punkten bereits in der Hauptrunde und sind am Montag und Dienstag die deutschen Gegner. 

Das Duell gegen Serbien war für Kapitän Malte Elze & Co. der erwartet schwere Brocken – auch wenn der deutschen Mannschaft ein 5:1-Traumstart gelang. „Bis zur ersten serbischen Auszeit haben wir das richtig gut gemacht, vor allem in der Abwehr mit Ballgewinnen und Tempospiel. Aber dann schlich sich das Gefühl, dass es zu leicht war. Die Jungs haben einen Gang zurückgeschaltet und die Serben zurück ins Spiel geholt. Im Angriff fehlte uns die Zweikampf-Aggressivität, wir hatten insgesamt zu wenige Torchancen und waren oft in Unterzahl“, sagte Wudtke.  

Danach wurde Serbien besser, vor allem in der Defensive, kam Tor um Tor heran und glich mit dem letzten Angriff der ersten Hälfte zum 14:14-Pausenstand aus. Die Fans auf den Rängen wurden immer lauter, peitschten ihre Mannschaft nach vorne, aber die DHB-Auswahl bewahrte gegen das physisch starke Balkanteam um den überragenden Rückraumspieler Filip Blecic über weite Strecken einen kühlen Kopf.  

Deutschland legte immer vor, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. Beim 22:22 gelang den Gastgebern der Ausgleich, aber angeführt von Toma Gadza, Julius Eisend und Lenn Strobel (alle insgesamt fünf Treffer) gelang drei Minuten vor dem Ende mit dem 27:24 scheinbar der Befreiungsschlag. Als Strobel aber 70 Sekunden vor Ende eine Zeitstrafe erhielt, trafen die Serben noch zweimal, inklusive dem 27:27 nach einem Ballverlust der deutschen Mannschaft ins leere Tor. Beim letzten Wurf lief Deutschland die Zeit davon, es blieb beim Remis. „Wir hatten zweimal die Chance, das Spiel zu entscheiden, aber es sollte nicht sein“, sagte Wudtke, der am spielfreien Freitag nun das Augenmerk auf reflektieren und analysieren legt.   

In Belgrad: Deutschland – Serbien 27:27 (14:14) 

Deutschland: Tobias Dengler (THW Kiel), Tjorven Knackstedt (VfL Eintracht Hagen); Mats Brigzinsky (SC Magdeburg), Moritz Detlefsen (SG Flensburg-Handewitt/1), Claudius Beuthner (THW Kiel/1), Julius Pöthke (TSV Burgdorf/3), Finn Meißner (SG Pforzheim/Eutingen), Kalle Gaugisch (JSG Balingen-Weilstetten/1), Vincent Faciejew (THW Kiel/2), Elvis Ernesto Kretzschmar (SC Magdeburg), Lenn Strobel (JSG Balingen-Weilstetten/5), Julius Eisend (THW Kiel/5), Toma Gadza (HSV Hamburg/5), Malte Elze (SC Magdeburg/4), Constantin Minning (SG Flensburg-Handewitt), Tim Löhr (Rhein-Neckar Löwen) – bester Werfer Serbien: Filip Blecic (9) 

Schiedsrichter: Cipov/Klus (Slowakei)- Zeitstrafen: Deutschland 14 Minuten, Serbien 8 Minuten, Siebenmeter: Deutschland 2/2 – Serbien 3/3 

Deutsche EM-Vorrundenspiele in Gruppe B in Belgrad: 

Deutschland - Italien 48:26 (25:13) 

Deutschland – Serbien 27:27 (14:14) 

1. August, 14.30 Uhr: Deutschland – Türkei 

(alle Spiele als kostenpflichtiger Livestream auf ehftv.com)