Luna Külker war mit fünf Toren bei fünf Versuchen fehlerfrei beim Abschluss. - Foto: kolektiff/Anze Malovrh
Luna Külker war mit fünf Toren bei fünf Versuchen fehlerfrei beim Abschluss. - Foto: kolektiff/Anze Malovrh

Viertelfinal-Hoffnungen zerschellen am Pfosten

03.08.2026 | U-Teams

 

Bittere 26:27-Niederlage gegen Montenegro für die U18 bei der WM

Das Glück ist der deutschen U18-Nationalmannschaft weiblich bei der Weltmeisterschaft in Rumänien nicht hold. Durch eine 26:27 (11:16)-Niederlage gegen Montenegro hat die DHB-Auswahl vor dem zweiten und letzten Hauptrundenspiel am Dienstag ab 17.30 Uhr gegen die Niederlande (live bei DYN) keine Chance mehr, noch das Viertelfinale zu erreichen. Wieder kämpfte die Mannschaft von Gino Smits mit allem, was sie hatte, wieder drehte sie einen Rückstand und wieder verlor sie in der Endphase das Heft aus der Hand, als sie den Gegner eigentlich in den Griff bekommen hatte. Die Parallelen zum Vorrundenspiel gegen Spanien waren frappierend. Der letzte Siebenmeter von Pia Kastner sprang vom Innenpfosten vor anstatt hinter die Linie – ein paar wenige Zentimeter fehlten zum Unentschieden. „Ich kann den Mädels keinen Vorwurf machen. Sie haben bis zum Umfallen gekämpft. Es ist so schade, dass es trotzdem nicht gereicht hat. Leider waren wir über 60 Minuten in unserer Leistung nicht konstant genug", sagte der Bundestrainer.

In der ersten Halbzeit entwickelte sich das von vielen erwartete Kampfspiel, in dem die deutsche Deckung gut gegen die Rückraumwürfe gut stand und einige davon blockte. Probleme gab’s hingegen mit Andrea Dragic, der Rechtshänderin im rechten Rückraum Montenegros, die im Eins-gegen-Eins entschlossen durchbrach und schon vor der Pause fünfmal traf. Schwarz-Rot-Gold verlor nach einer offenen Anfangsviertelstunde den Anschluss, weil im Angriff zu viele technische Fehler das Spiel prägten. Der emotionale Gegner vom Balkan schöpfte daraus viel Energie und legte jetzt auch spielerisch weiter zu. Im Spiel sieben gegen sechs traten jetzt auch Kreis und Linksaußen in Erscheinung. Binnen acht Minuten wuchs Deutschlands Rückstand von 9:10 auf 11:16 – eine ordentliche Hypothek für Durchgang Nummer zwei. Smits: „Die Zahl der technischen Fehler ab der 22. Minute war zu hoch."

Aber das DHB-Team stellte sich mit neuer Energie dieser Herausforderung. Montenegro ließ beim Abschluss nach, während Smits mit Janne Overbeck von der Bank eine frische Linksaußen ins Rennen schickte, die direkt dreimal traf und zum 16:16 ausglich (37.). Genauso wie gegen Spanien kippte das Spiel auf die Seite der Smits-Sieben, bei der Luna Külker aus dem Rückraum ihre Körpergröße einbrachte. Pia Kastner erhöhte in der 48. Minute sogar auf 21:19 für Deutschland – man befand sich auf einem guten Weg. Auch sieben Minuten vor Schluss sprach einiges für den dritten Sieg im vierten Turnierspiel. Meggan Rusko erzielte die 24:22-Führung – alles schien im Lot zu sein, die Richtung stimmte. Ab diesem Moment schien Glücksgöttin Fortuna etwas gegen einen deutschen Sieg zu haben. Nach einer Zeitstrafe gegen Mara Lehmann, die Torhüterin Masa Dubljevic am Kopf getroffen hatten, setzte Jule-Marie Jördens den Ball an die Latte, während Schlussfrau Marlene Wagner gegen Andrea Jovanovic zwar die Fingerspitzen an die Kugel brachte, was aber nicht reichte, um den 24:25-Rückstand zu verhindern (56.). Kastner per Siebenmeter und Janne Overbeck glichen noch zweimal aus, was nach Adelina Orbovics 27:26 nicht mehr gelang. Külker und Adele Kasper fingen den Ball in einer Co-Produktion in den Schlusssekunden noch einmal ab, leiteten den Gegenangriff ein, aber auch beim letzten Siebenmeter nachdem die Schlusssirene bereits ertönt war, spielte das Torgestänge nicht mit.

„Wir haben uns in der zweiten Halbzeit gesteigert, standen besser in der Deckung und hielten unseren Plan im Angriff ein. Die Chance war dar, unser Führung auf drei Tore auszubauen. Das hätte uns noch mehr Rückenwind gegeben. Leider ist uns das nicht gelungen", fasste der Bundestrainer zusammen, der den Blick bereits entschlossen auf die Partie gegen die Niederlande richtete: „Wir wollen das Spiel am Dienstag gewinnen, damit wir um die Plätze neun bis zwölf Spielen können. Wenn wir so spielen, wie zu Beginn der zweiten Halbzeit, dann können wir das schaffen."

Deutschland: Wagner, Willuhn – Lehmann, Walther, Kastner (3/2), Rusko (4), Stenzel (2/1), Jördens, Hofer, Reymann (3), Kugler (2), Kasper (1), Külker (5), Overbeck (5), Schatton (1).
Schiedsrichter: Mihai Pirvu / Radu Mihai Potirniche (Rumänien).
Zeitstrafen: Montenegro 5 – Deutschland 2.
Siebenmeter: Montenegro 4/2 – Deutschland 6/3.