U16w gewinnt die European Open
29:17-Finalsieg gegen Ungarn / Klavehn: „Eine tolle Entwicklung mit dem i-Tüpfelchen heute"
Überragender Erfolg der weiblichen U16-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes und damit ein goldener Abschluss eines denkwürdigen Freitags für den deutschen Nachwuchshandball: Wenige Stunden nach dem Finaleinzug der U20-Nationalmannschaft bei der WM in China, gewinnen die jüngsten weiblichen Talente von Talentcoach Carsten Klavehn nach einer überragenden Leistung mit einem 29:17-Sieg gegen Ungarn Gold bei den European Open in Göteborg. Beste deutsche Werferin war Nika Lemke und Taja Nagel mit jeweils fünf Toren.
„Ich bin unfassbar stolz auf die Mannschaft. Sie haben sich im Turnierverlauf toll entwickelt und das Spiel heute war das i-Tüpfelchen", sagt Klavehn. „Wir sind der verdiente Turniersieger und haben auch das Finale in der Höhe verdient gewonnen. Jede Spielerin hat ihren Beitrag zu diesem Erfolg geleistet."
Die DHB-Auswahl, nach einem überragenden 35:18-Erfolg im Halbfinale gegen Kroatien nicht nur die Qualifikation für das nächstjährige EYOF, sondern auch für die U17-Weltmeisterschaft im Oktober in Agadir klar gemacht, startete vor allem in der Defensive herausragend in die Partie. Eine starke Deckung sowie eine mehrfach gut parierende Jana Skill im Kasten sorgten dafür, dass die Ungarinnen ganze elf (!) Minuten ohne einen ersten Torerfolg blieben – inklusive einer ersten deutschen Zeitstrafe.
Hatten die DHB-Talente anfangs auch noch offensiv noch leichte Anlaufschwierigkeiten, sorgte Tilda Plöhn nach fünf Minuten für das erste Tor des Spiels, gefolgt von zwei Toren von Rechtsaußen Nora Lueg, sodass Deutschland mit 3:0 in Führung ging.
In der Folge entwickelte sich zunächst ein Spiel auf Augenhöhe, in dem auch die Ungarinnen nun zu ersten Torerfolgen kamen. Die DHB-Auswahl von Talentcoach Carsten Klavehn erspielte sich in der Offensive aber immer mehr bessere Situationen, die auch zu Torerfolgen genutzt wurden. Eine erste Vier-Tore-Führung (11:7) zwang Ungarn in der 26. Minute zu einer ersten Auszeit.
Doch auch nach der Auszeit blieben die DHB-Talente auf Kurs, erzielten schnell zwei eigene Treffer, sodass nach 30 Minuten in der Scandinavian Arena in Göteborg eine 13:8-Führung auf der Anzeigentafel stand. Die deutschen Fans, die in der Arena richtig Stimmung machten, sahen eine starke deutsche Mannschaft in der ersten Halbzeit.
Klavehn: „Die Mädels waren sofort im Spiel drin, haben sehr gut verteidigt sowie gute Paraden. Da haben wir den Ungarinnen schnell den Zahn gezogen, was sich dann auch durch die zweite Halbzeit gezogen hat."
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst ausgeglichen. Deutschland kontrollierte weiterhin das Geschehen und konnte den Vorsprung kontinuierlich halten. Nach weiteren sehr guten Verteidigungssequenzen wuchs der Abstand sukzessive an (19:12, 43. Minute) – zweite Auszeit Ungarn.
Doch auch diese zeigte keine Wirkung. Die DHB-Talente blieben bissig in der Defensive, erzwangen weitere ungarische Ballverluste, sodass Emma Schneeberger in der 45. Spielminute erstmals für eine zweistellige Führung sorgte (22:12) – eine Vorentscheidung in diesem Finale war gefallen.
Deutschland überzeugte in der Schlussphase mit tollen Aktionen auch in der Offensive, ohne ihre starke Verteidigung zu vernachlässigen. Die Führung und damit der deutsche Sieg geriet bis zur Schlusssirene nicht mehr in Gefahr. Klavehn: „Wie in den Spielen davor, haben wir in der zweiten Halbzeit noch mehr Beton angerührt. Wir haben antizipativ und aktiv verteidigt mit vielen Ballgewinnen und auch in der Offensive viele gute Lösungen gefunden."
Der deutsche Jubel kannte keine Grenzen mehr – der European Open-Titel war perfekt! Und der Jubel ging auch bei der Siegerehrung weiter: Emma Schneeberger wurde als beste Kreisläuferin in das All-Star-Team berufen, Paulina Glomb als beste Spielerin auf Rückraum rechts.
Ein besonderer Dank richtet Klavehn aber nicht nur an die Spielerinnen, sondern auch an den Staff: „Alle aus unserer Delegation haben einen großen Anteil an diesem Titel. Ich möchte da vor allem Zuzana Porvaznikova herausheben, die die Mannschaft so ideal vorbereitet hat. Ganz großes Kompliment dafür. Aber natürlich auch ein großer Dank an den mediznischen Staff sowie an Heike Ahlgrimm. Das war einfach eine überragende Teamleistung."
Deutschland: Hacker, Skill – Hinz (1), Dudacy, Glomb, Lueg (4), Sieber (2), Lemke (5), Koumtoudji Tchatat, Alici (1), Plöhn (2), Lieschke (2), Werum (2), Nagel (5), Schwartz (1), Schneeberger (4)