Bislang gab's nach den EM-Spielen nur Freude im deutschen Team. Das versucht es am Donnerstagabend gegen Ungarn zu wiederholen. - Foto: Simion Sebastian Tataru
Bislang gab's nach den EM-Spielen nur Freude im deutschen Team. Das versucht es am Donnerstagabend gegen Ungarn zu wiederholen. - Foto: Simion Sebastian Tataru

Ab jetzt entscheiden Kleinigkeiten

15.07.2026 | U-Teams

 

Dauerrivale Ungarn wartet im EM-Viertelfinale am Donnerstag

Es ist ein wenig wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Seit dem Jahr 2023 sind die Jahrgänge 2006 und 2007 Jahr für Jahr im Sommer bei einem internationalen Großturnier gefordert, und jedes Mal seitdem hat es der männliche Nachwuchs des Deutschen Handballbundes in einem wichtigen Spiel mit Ungarn zu tun. So auch bei der derzeit laufenden U20-Europameisterschaft in Rumänien. Am Donnerstag spielt die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger ab18.30 Uhr deutsche Zeit (kostenpflichtiger Livestream bei www.ehftv.com) im Viertelfinale gegen die Magyaren – Teil vier im alljährlichen Kräftemessen nach dem EYOF-Halbfinale 2023 (31:24 für Deutschland), dem U18-EM-Hauptrundenspiel 2024 (25:20 für Ungarn) und dem U19-WM-Viertelfinale 2025 (32:31 für Deutschland). „Wir sollten nicht so viel aus den Spielen der vergangenen Jahre mitnehmen, sondern beobachten, wie sich die ungarische Mannschaft jetzt präsentiert“, betont Heuberger.

Im Laufe des EM-Turniers hat Ungarn vier Spiele für sich entschieden und nur gegen die starken Schweden mit 24:40 verloren. In diesem Spiel erhielten die Leistungsträger Márkó Eklemovic und Máté Fazekas aber auch nur reduzierte Einsatzzeiten, als sich die Niederlage abzeichnete. „Gegen die Ungarn sind es immer körperliche Spiele. Ich hoffe, dass wir das Spiel von Anfang bis zum Ende unter Kontrolle haben können und es nicht so eng wird wie unser WM-Viertelfinale vor einem Jahr“, sagt Rückraumspieler William Reichardt, der in der 2. Bundesliga für den 1. VfL Potsdam spielt.

Die besten acht Mannschaften Europas sind ab jetzt unter sich. Der Großteil der Favoriten befindet sich noch im Rennen. Aus den europäischen Top-Acht der U19-Weltmeisterschaft hat diesmal lediglich Island die K.o.-Phase verpasst. „Die Spiele haben gezeigt, dass das Level hoch und ausgeglichen ist. Hier können Kleinigkeiten und die Tagesform entscheiden“, erwarten Reichardt und der Halbrechte Leonard Zink, der vom TuS Vinnhorst zum VfL Lübeck-Schwartau wechselt, einen harten Kampf. Reichard ergänzt: „Wenn wir es schaffen, an unsere letzten Leistungen anzuknüpfen, dann können wir jeden Gegner schlagen.“ Zu diesem Optimismus trägt die Entwicklung im Laufe der Hauptrunde bei. „Wir haben uns gegen die Schweiz und die Färöer im Angriff gesteigert. Die Richtung stimmt“, beobachtet Bundestrainer Heuberger bei seiner „Mannschaft, die voll mitzieht, den Leistungssport lebt und eine verschworene Gruppe“ ist. Der EM-Kader ist inzwischen seit rund zwei Wochen zusammen. In dieser Zeit ist etwas zusammengewachsen. „Wir harmonieren auf und neben dem Feld sehr gut“, beschreibt Leonard Zink die Stimmung, die auch ihren Anteil am bisherigen Erfolg hat. Und dieser Erfolg soll am Donnerstagabend nicht enden.