Kreisläufer Julius Hein spielte am Freitag gegen Spanien groß auf. - Foto: Mihaela Bobar
Kreisläufer Julius Hein spielte am Freitag gegen Spanien groß auf. - Foto: Mihaela Bobar

EM kann gegen Frankreich eine komplett runde Sache werden

18.07.2026 | U-Teams

 

U20 spielt am Sonntag um den fünften Platz

Die Europameisterschaft in Rumänien wird für den deutschen U20-Nachwuchs eine runde Sache. Der letzte Gegner am Sonntag ab 13.30 Uhr (kostenpflichtiger Livestream bei www.ehftv.com) wird genauso wie der erste in der Vorrunde Frankreich sein. Eine richtig runde Sache wäre es, wenn die Equipe tricolore erneut geschlagen werden und Martin Heubergers Mannschaft somit den fünften Platz belegen würde. „Wir wollen, dass sich der Kreis schließt, aber Frankreich wird natürlich auch alles daransetzen, uns zu schlagen“, erwartet der U20/U21-Bundestrainer eine letzte intensive Aufgabe in Cluj.

Es wird das achte Spiel in Elf Tagen, in dem beide Mannschaften noch einmal die verbliebenen Körner abrufen. Dass die DHB-Auswahl konditionell gut aufgestellt ist, machten die Partien in der zweiten Turnierwoche deutlich. Sie ging höheres Tempo, ließ den Ball besser laufen und fand im Angriff mehr Sicherheit. „Diese Entwicklung stimmt mich positiv“, spürt Heuberger, dass sich seine Schützlinge in dieser intensiven Zeit vor und während der EM weiterentwickelten. Das geht nur mit einer verschworenen Einheit und auch großem Einsatz des Teams hinter dem Team. Die sportliche Verantwortung mit Martin Heuberger, Alexander Koke und Daniel Sdunek, die Medizin- und Physio-Abteilung in Person von Götz-Bernhard Haase, Stefan Armbruster und Sebastian Braun sowie Teammanager Matthias Trautvetter leisteten mit ihrer Arbeit die bestmögliche Unterstützung und ihren Beitrag zur guten Turnierleistung. An diesem Gesamturteil gibt’s schon vor dem abschließenden Frankreich-Spiel nichts zu rütteln mit Stand jetzt sechs Siegen bei nur einer Niederlage im Viertelfinale gegen die starken Ungarn, die am Sonntag im Endspiel gegen Schweden stehen. 

Auch wenn der Weltmeister von 2025 gerne wieder eine Medaille mitgenommen hätte, streifte die Mannschaft die Enttäuschung über das verlorene Viertelfinale schnell ab. Sie zeigte am Folgetag gegen Spanien ihre Mentalität und bestimmte das Spiel gegen den Vizeweltmeister über weite Phasen. „Wir waren am Donnerstag alle geknickt, sind aber wieder aufgestanden. Dieses Comeback ist uns deutlich besser gelungen als es die Spanier geschafft haben. Diese Gewinner-Mentalität zeichnet die Mannschaft aus“, schildert Heuberger. Und da wird die Sache erneut rund: Seine große Moral zeigte das Team bereits im ersten EM-Spiel vor anderthalb Wochen gegen Frankreich, als man neun Minuten vor Schluss mit vier Toren Unterschied hinten lag und das Ruder noch herumriss. Das Ergebnis soll am Sonntag möglichst das selbe sein, der Weg dahin aber vielleicht etwas geschmeidiger ohne den Zwang, eine neuerliche Aufholjagd starten zu müssen. 

Das Turnier hat Kraft gekostet. Körperlich wie im Kopf, brachte die U20-Junioren in ihrer Entwicklung aber auch voran. Heuberger nennt zum Beispiel Rückraumspieler Caspar Gauer, der mit der Erfahrung aus diesen internationalen Vergleichen und gewonnener Stabilität gewachsen ist, auch Kreisläufer Julius Hein habe „gut ins Turnier gefunden“ und der erst kurzfristig nachnominierte Tom Wolf entwickelte sich schnell zu einer „Säule in der Abwehr“. „Wir haben gezeigt, dass wir Ausfälle verkraften können und Jungs in die Bresche springen können“, so Heuberger.