Caspar Gauer erhielt die Auszeichnung als Player of the match auf deutscher Seite. - Foto: Mihaela Bobar
Caspar Gauer erhielt die Auszeichnung als Player of the match auf deutscher Seite. - Foto: Mihaela Bobar

Beste Angriffsleistung bringt Einzug ins Spiel um Platz 5

17.07.2026 | Verband

 

Starke Reaktion: Deutschland schlägt bei der U20-EM Spanien

Die deutsche U20-Nationalmannschaft hat sich bei der Europameisterschaft stark zurückgemeldet und nach der Niederlage im Viertelfinale gegen Ungarn eine beeindruckende Reaktion gezeigt. Beim verdienten 42:36 (19:17)-Sieg gegen keinen Geringeren als Spanien zeigte man seine beste Angriffsleistung in diesen anderthalb Wochen. Am letzten Turniertag spielt Deutschland am Sonntag ab 13.30 Uhr deutsche Zeit (kostenpflichtiger Livestream bei www.ehftv.com) nun um Platz fünf. Die EM endet somit für die DHB-Talente genauso wie sie begann: mit einer Partie gegen Frankreich, das die Schweiz mit 34:30 besiegte. „Die Mannschaft hat von Anfang an gezeigt, dass sie wollte und den Kopf oben hatte. Jetzt möchten wir uns natürlich auch mit einem Sieg gegen Frankreich aus dem Turnier verabschieden und Platz fünf belegen", sagte U20/U21-Bundestrainer Martin Heuberger

„Den Frust in Motivation umwandeln“, diese Erfolgsformel hatte Torhüter Finn Knaack nach dem Ungarn-Spiel am Donnerstag angeführt, und seine Mannschaft ließ auf der Platte Taten folgen. Deutschland überrollte die Iberer in den ersten Minuten. Fünf unterschiedliche Torschützen – Noah Hensen, Julien Sprößig, Julius Hein, Rasmus Ankermann und Monty Kleinsteuber – besorgten die 7:2-Führung gegen einen zunächst indisponierten Vize-Weltmeister. Nach drei Fehlwürfen und zwei technischen Fehlern in sechs Minuten griff Spaniens Trainer Ignacio Moyano Martinez bereits ein und brachte den Motor mit seiner Auszeit ins Laufen. Nein, man durfte nicht erwarten, dass die Neuauflage des U19-WM-Endspiels von vor einem Jahr einen so deutlichen Verlauf wie in der Frühphase der Begegnung annimmt. Tat sie auch nicht, weil sich beide Teams annäherten. Die Abschlussquote des DHB-Teams blieb hoch, aber die technischen Fehler nahmen zu, während Spanien die anfänglichen Patzer hinter sich ließ und auch dank des siebten Feldspielers von 2:8 über 8:12 zum 14:14 ausglich (24). In Führung ging man allerdings nicht, weil sich Abwehrspezialist Tom Wolf anschließend mit ins Angriffsspiel einschaltete, zweimal traf und Sprößig sowie William Reichardt zum 18:14 nachlegten (28.). 

Ähnlich der offene Schlagabtausch während der zweiten Halbzeit, in der die Verteidigungsreihen in den meisten Zweikämpfen das Nachsehen hatten. Spanien egalisierte zum 20:20, aber wieder ging das Heuberger-Team gestärkt aus dem gegnerischen Zwischenspurt hervor. Die Schlagzahl im Angriff stieg, von nachlassenden Kräften zum Ende des intensiven Turniers nicht der Hauch einer Spur. Erneut wendete die DHB-Auswahl einen drohenden Rückstand ab und ging stattdessen in die Offensive. Leonard Zinks Doppelschlag führte das 30:26 herbei (45.), seine Mannschaft blieb jetzt am Drücker. Binnen vier Minuten zog Spanien zwei Auszeiten und blieb auch mit dem siebten Feldspieler ohne Erfolg. Zwei Würfe ins leere Tor holten den klaren Abstand zurück (35:29, 49.). Deutschland zeigte jetzt mit viel Sicherheit und Selbstvertrauen eine Qualität, die am Tag zuvor gegen Ungarn noch auf der Strecke geblieben war: Der Rückraum wurde vor allem durch Caspar Gauer – Deutschlands „player of the match“ - sowie Leonard Zink immer torgefährlicher und ließ die Iberer nicht mehr aufkommen. Auch stark: Kreisläufer Julius Hein mit neun Treffern beim Torspektakel von Turda. „Wir sind gut ins Tempo gekommen und der Ball ist rund durch unsere Reihen gelaufen. Kurz nach der Pause ist es noch einmal kritisch geworden, aber ab der 50. Minute hatte ich ein gutes Gefühl, dass nichts mehr anbrennt", schilderte Heuberger. „Durch eine sehr gute Abwehr ab der 45. Minute sind wir entscheidend weggezogen. Mit unseren schnellen Spielern haben wir das sehr gut gelöst. Wir wollen nach dem Turnier ein gutes Turnierfazit ziehen. Dafür müssen wir am Sonntag aber noch die Franzosen schlagen“, sagte Krisläufer Hein zum bevorstehenden letzten Kapitel dieser EM. 

Den Europameister spielen am Sonntag Deutschland-Bezwinger Ungarn (31:24 im Halbfinale gegen Slowenien) und Schweden (38:35 gegen Dänemark) aus.

Deutschland: Knaack, Durmic – Koschek, Kleinsteuber (3), Zink (5), Rohwer, Voß, Ankermann (4), Reichardt (3), Gauer (7), Hensen (2), Hein (9), Strobel, Sprößig (6), Wolf (3), Willax.
Schiedsrichter: Svavar Petursson/Sigurdur Thrastarson (Island).
Zeitstrafen: Spanien 2 – Deutschland 2.
Siebenmeter: Spanien 3/2 – Deutschland 1/0.