Mit weißer Weste ins EM-Viertelfinale
Nach 34:30-Sieg gegen die Färöer-Inseln geht's gegen Ungarn
Der Siegeszug der U20-Nationalmannschaft männlich bei der Europameisterschaft in Rumänien setzt sich fort. Nach Vor- und Hauptrunde steht die deutsche Auswahl bei fünf Siegen aus fünf Spielen. Am Dienstagabend setzte man sich mit 34:30 (19:17) gegen die Färöer-Inseln durch, für die es ab Donnerstag in der Platzierungsrunde weitergeht. Deutschland hingegen kämpft dann ab 18.30 Uhr deutsche Zeit (kostenpflichtiger Livestream bei www.ehftv.com) im Viertelfinale gegen die starken Ungarn darum, weiterhin von einer Medaille träumen zu können.
Die Färinger, die schon vor der Partie nur noch theoretische Chancen auf die Top-Acht hatten, zeigten, dass sie sich trotzdem noch einmal so teuer wie möglich verkaufen wollten und überrumpelten Martin Heubergers Mannschaft in der Anfangsphase regelrecht. Die Außen Jakup Egholm (links) und Magnus Árason (rechts) deuteten mit ihren Toren an, was von ihnen noch folgen sollte. 13 von 17 Toren ihres Teams in der ersten Halbzeit steuerte Flügelachse bei, darunter gleich sechs Egholm-Siebenmeter. Am Ende standen beim WM-19. von Kairo 13 Strafwürfe, von denen 10 saßen.
Beim Stand von 5:1 hatte Heuberger bereits nach acht Minuten genug gesehen. Er reagierte mit der Auszeit und schickte danach bereits früh eine auf vier Positionen veränderte Formation auf die Platte. William Reichardt, Rasmus Ankermann und Leonard Zink im Rückraum sowie Bennet Strobel am Kreis sollten es jetzt richten.
Weil die Deckung in der Folgezeit zulegte und vorn vor allem Julien Sprößig und Leonard Zink im Eins-gegen-Eins von halbrechts Verantwortung übernahmen, war der Fehlstart nach 20 Minuten egalisiert. Sprößig stellte mit zwei Gegenstößen zunächst den 10:10-Gleichstand und anschließend die erstmalige Führung zum 11:10 her (20.). Die letzten Minuten des ersten Abschnitts gehörten William Reichardt mit drei Toren innerhalb von sechs Minuten zum 18:16, aber unverändert blieben die Probleme gegen die färingischen Angriffe über Außen, sodass die Mannen aus dem Nordmeer zur Pause unverändert im Spiel blieben. Hocheffiziente Wurfquoten von 83 Prozent bei Deutschland und 81 Prozent bei den Färöern beendeten das Angriffsspektakel mit der 19:17-Pausenführung für die DHB-Auswahl. „Wir sind schlecht ins Spiel gestartet, haben uns nach zehn Minuten aber Gott sei Dank gefangen, aber trotzdem weiterhin noch zu viele Gegentore gefangen. Unsere Torhüter waren da leider noch nicht so präsent wie in den letzten Spielen“, fasste der Bundestrainer zusammen.
Sein Team begann den zweiten Abschnitt mit Vorteilen, weil das Umschaltspiel funktionierte. Die Alleingänge von Tom Koschek und Anton Voß bauten den Vorsprung über 24:20 auf 26:21 aus (44.). In dieser Phase strauchelten beide Teams im Positionsangriff. Deutschland blieb zwar sechs Minuten lang ohne eigenes Tor, kam aber trotzdem glimpflich davon, weil die Nordeuropäer es nicht schafften, den Fuß in die Tür zu stellen. Über den Berg war der U19-Weltmeister aber auch jetzt noch nicht. Einer von acht technischen Fehlern in der zweiten Halbzeit – im ersten Durchgang waren es nur derer drei – sowie sich summierende Fehlwürfe gegen Schlussmann Ingi Johannesen raubten den Flow. So stand es in Minute 47 urplötzlich wieder nur noch 26:24 und wer weiß, ob es überhaupt zum Sieg gereicht hätte, wenn Finn Knaack mit zwei wichtigen Paraden nicht den färingischen Anschluss und sogar mehr verhindert hätte (56.). Auch wegen einiger Zeitstrafen machte es die Heuberger-Sieben, bei der Bennet Strobel zum Player of the match gewählt wurde, noch einmal unnötig spannend, ehe Voß und Koschek den Vier-Tore-Abstand zum 34:30-Sieg herbeiführten. „In der zweiten Halbzeit haben wir einiges probiert. Dabei wurde es ein Hin-und-Her. Am Ende haben wir das Spiel sicher nach Hause gebracht, weil alle alles reingehauen haben“, so Heuberger. „Es war härter als erwartet, aber wie das immer so ist gegen Deutschland: Da sind die Gegner immer besonders motiviert und zeigen ihre beste Leistung. Nichtsdestotrotz haben wir über weite Strecken einen Job gemacht und gewonnen. Das ist das, was zählt“, sagte Rückraumspieler William Reichardt.
Deutschland: Knaack, Durmic – Koschek (7/2), Kleinsteuber (1), Zink (4), Rohwer (2), Voß (1), Ankermann (2), Reichardt (4), Gauer, Hensen (2), Hein (1), Strobel (5), Sprößig (4), Wolf (1), Willax.
Schiedsrichter: Andrej Budziak/Michal Zahradnik (Slowakei)
Zeitstrafen: Färöer-Inseln 2 – Deutschland 5.
Disqualifikation: Midjord (Färöer-Inseln).
Siebenmeter: Deutschland 5/2 – Färöer-Inseln 13/10.