Auf ins Finale: Die Reise von Jana Walther und ihrem Team in China geht weiter. - Foto: kolektiff
Auf ins Finale: Die Reise von Jana Walther und ihrem Team in China geht weiter. - Foto: kolektiff

Deutschland greift am Sonntag nach Gold

03.07.2026 | U-Teams

 

Weibliche U20 bezwingt Frankreich im WM-Halbfinale

Schimmert der Sonntagsbraten diesmal golden? Die U20-Nationalmannschaft weiblich des deutschen Handballbundes steht zur besten Mittagsessenszeit im Finale der Weltmeisterschaft in China. Ab 12.30 Uhr deutsche Zeit spielt die DHB-Auswahl am Sonntag im City Gymnasium von Jinzhong um den Titel – da muss hierzulande die Küche eben einmal kalt bleiben und der Platz vor dem Stream (live bei Dyn) zum Stammplatz für Handball-Deutschland werden. Die Mannschaft hat es sich auf jeden Fall verdient. In der Vorschlussrunde gab der U19-Europameister Frankreich mit 36:31 (15:15) das Nachsehen. 

Diesmal gab es einen Sieg ohne das ganz große Zittern, ohne einen hohen Rückstand wie beim Vorbereitungsturnier im Großraum Hannover im Juni (minus sieben) oder wie im Viertelfinale gegen Norwegen am Donnerstag (minus fünf) aufholen zu müssen. Dafür aber wieder mit bärenstarker Leistung in der Abwehr und im Tor von Lina Steinecke sowie mit viel Zug zum Tor und stolzen 36 Toren. „Die Mannschaft hat heute ihre beste Turnierleistung gezeigt. Wir haben direkt gut reingefunden und in der zweiten Halbzeit unsere Fehler noch einmal reduziert. Jetzt sind wir einfach glücklich", strahlte Trainer Christopher Nordmeyer.

Deutschland startete mit sicheren Schützen von Außen in die Partie. Lara Egeling auf der linken und Farrelle Njinkeu auf der rechten Seite versenkten die ersten Abschlüsse, ehe Aylin Bornhardt am Kreis die ersten ihrer insgesamt neun Bälle versenkte und auch die anderen Positionen immer mehr den Weg zum Tor fanden. Gefahr ging von überall aus. Nach einem Torwartwechsel hin zu Lean Gonzalez kam Frankreich auf und ging durch Claire Koestner nach 5:9-Rückstand (15.) mit 13:12 in Führung (22.). Deutschland besaß eigentlich Vorteile, trotzdem endete die erste Halbzeit 15:15. Sowohl bei der Wurf- als auch bei der Angriffseffektivität wies die Statistik der ersten 30 Minuten ausgeglichene Werte von jeweils 52 beziehungsweise 45 Prozent auf. Einem zunächst kleinen Torwartvorteil bei Frankreich standen bis dahin weniger technische Fehler beim DHB-Team gegenüber.

In den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs kippten die Vorteile hin und her. Frankreich verschaffte sich mit einem 4:1-Start eine 19:16-Führung (35.), auf die Aylin Bornhardt, Farrelle Nijnkeu und Ruslana Litvinov einen 5:0-Lauf konterten. Gerade zur richtigen Zeit setzte die Nordmeyer-Sieben ein Zeichen, bremste den französischen Lauf und hatte die entscheidenden Aktionen auf ihrer Seite. Torhüterin Lena Lindemann kam beim Stand von 23:22 für ihr Team von Bank zum Siebenmeter und parierte prompt. Dieser Booster wirkte auf ihre Vorderleute. Marlene Tucholke, Njinkeu und Bornhardt bauten den Vorsprung auf 27:23 aus (46.). 

Mit einer offensiveren Verteidigung erhöhte die Equipe tricolore ab der 50. Minute den Druck und kam zurück die Partie (30:31, 53.). Es deutete sich eine Nervenschlacht an, als Lisa Lammich in Minute 57 eine Zeitstrafe kassiert. Als die Aufgabe größer wurde, sattelte die DHB-Auswahl noch einmal drauf. Die zweiminütige Unterzahl entschied man durch Steals und Tempo mit 3:0 für sich. Die Tür zum Finale war geöffnet. Normdeyer resümierte: „Wir wussten vor dem Spiel, dass wir eine extrem gute Leistung bauchen. Und genau diese hat das Team abgerufen."

„Gratulation an die Mädels und an das gesamte Trainerteam. Das war wieder eine starke Abwehrleistung gegen die individuelle Qualität von Frankreich. Sie haben viele Bälle geklaut. Das sind Qualitäten, die sich entwickeln, und das ist eine Top-Geschichte. Vorne hat die Mannschaft das sehr souverän durchgezogen und sich auch durch den Rückstand nicht aus dem Konzept bringen lassen. Absolut verdienter Sieg, aus dem man sehr viel Positives für das Finale ziehen kann. Ich drücke natürlich ganz fest die Daumen“, beglückwünschte Frauen-Bundestrainer Markus Gaugisch die aufstrebenden Youngsters. 

Der Gegner im Finale wird die Mannschaft Dänemark sein, die ihr Halbfinale gegen Spanien mit 30:29 nach Verlängerung gewann.

Deutschland: Lindemann, Steinecke – Walther (1), Egeling (3), Njinkeu (8), Mittag, Rohr (4), Litvinov (3), Lammich, Bornhardt (9), Kern (1), Niemann (1), Klocke (1), Tucholke (4), Ott, Goldammer (1).
Schiedsrichter: Mads Fremstad/Jörgen Jörstad (Norwegen
Zeitstrafen: Frankreich 1 – Deutschland 3
Siebenmeter: Frankreich 6/4 – Deutschland 5/4.