Heuberger: In vielen Spielen wird Tagesform entscheiden
U20 männlich startet am Mittwoch gegen Frankreich in die EM
Der Nachwuchssommer im internationalen Handball geht nahtlos weiter. Am Sonntag gewann die weibliche U20 des Deutschen Handballbundes in China WM-Gold, nur drei Tage später starten die gleichaltrigen Jungs der Jahrgänge 2006 und 2007 in ihr Turnier. Bei der Europameisterschaft in Rumänien legen sie am Mittwoch, 16 Uhr deutsche Zeit, (Livestream auf ehftv.com) gegen Frankreich los.
Zweimal trafen beide Mannschaften in diesem Jahr schon aufeinander, zweimal setzte sich die DHB-Auswahl durch – zuletzt erst vor anderthalb Wochen bei der Airport Trophy in Kloten mit 28:21. „Wir kennen die Franzosen gut und wissen, wie sie taktisch agieren“, sagt Bundestrainer Martin Heuberger im Vorfeld des wichtigen ersten Spiels in Vorrundengruppe A, in der anschließend Portugal (Donnerstag, 16 Uhr) und Griechenland (Samstag, 11 Uhr) warten.
Das Wochenende verbrachte der 16-köpfige Kader bei einem finalen Abschlusslehrgang in Oberhaching mit zwei Trainings- und einer Krafteinheit, am Montag traf das Team an seinem Vorrundenspielort in Cluj ein. „Die Bedingungen könnten für ein Junioren-Turnier nicht besser sein“, macht Heuberger deutlich, dass es einem im Mannschaftshotel an nichts mangelt. Nach zwei Besprechungen und dem Abschlusstraining am Dienstagnachmittag sind die Voraussetzungen für den Auftakt gelegt. „Die Mannschaft hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Sie ist sehr fleißig beim Training und fokussiert bei den Besprechungen“, schildert der Trainer, der ein ausgeglichenes Teilnehmerfeld und einige Medaillenanwärter erwartet. Dazu zählt er die traditionell starken Nordeuropäer aus Schweden, Dänemark und Norwegen, Slowenien sowie Spanien. „In vielen Partien wird die Tagesform entscheiden“, glaubt Heuberger und weiß, welche Qualität sein Team erwartet: „Die Erfahrung, die die Jungs in diesen anderthalb Wochen auf hohem Niveau sammeln, holen sie in einem ganz Jahr in der Bundesliga nicht. Bei der Europameisterschaft stehen sie auf dem Feld, wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen.“
Noah Hensen vom SC Magdeburg ist einer der Spieler, die im Vorjahr in Kairo zum Weltmeisterschaftskader zählten. „Wir haben 2025 hart für unseren Erfolg gearbeitet. Das hat uns gezeigt, dass alles möglich ist. Seitdem haben wir noch einmal an Routine zugelegt und einen Schritt nach vorn gemacht. Außerdem ist unser Kader in der Breite richtig stark“, findet der Rückraumspieler. „Wir haben keine Angst vor den Gegnern, sondern freuen uns auf die Spiele“, ist Hensen genauso zuversichtlich wie Linksaußen Tom Koschek. „Wir müssen bei uns bleiben. Dann können wir jedes Spiel gewinnen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, können wir alles schaffen.“ Der aus München stammende Spieler des VfL Gummersbach, der zum SC DHfK Leipzig ausgeliehen ist, steht in Rumänien vor seinem ersten großen Turnier. „Die Vorfreude auf jedes Länderspiel ist groß, aber eine EM ist noch einmal etwas Anderes als zum Beispiel ein Vorbereitungsturnier.“
Zusätzliche Gier nach einem erfolgreichen Turnier entfachte das Verfolgen des WM-Triumphs der U20-Juniorinnen in China. Heubergers Team sah das Endspiel am Sonntag gemeinsam via Stream. „Die Jugendturniere verlaufen für Deutschland sehr häufig erfolgreich. Es ist schön, Teil dieser Leistung sein zu können“, erklärt Tom Koschek. Noah Hensen will sich die frischgebackenen Weltmeisterinnen als Vorbild nehmen: „Es ist cool, dass sie Europa- und Weltmeister wurden. Das wollen wir auch schaffen.“ Den ersten Teil dieses Ziels hat man vor einem Jahr in Ägypten bereits geschafft.