Nordmeyer: Das bessere Team wird gewinnen, und das wollen wir sein
Finale gegen Dänemark: Weibliche U20 greift am Sonntag nach dem WM-Titel
Es wird das dritte Mal, dass eine deutsche Handball-Nationalmannschaft der Juniorinnen bei einer Weltmeisterschaft gegen Dänemark ein Medaillenspiel absolviert. Wird es zum dritten Mal eine Nervenschlacht? Trainer Christopher Nordmeyer stellt sich vor dem WM-Endspiel in Jinzhong am Sonntag, 12.30 Uhr deutsche Zeit, (live bei Dyn) jedenfalls auf eine Partie ein, die seinem Team alles abverlangen wird. „Die Ausgangslagen sind gleich. Dänemark wird kämpfen, wir werden kämpfen und am Ende wird das bessere Team gewinnen. Das wollen wir sein.“ Linksaußen Chiara Rohr betont. „Wir werden am Sonntag so oder so alles geben. Dass Deutschland in der U20 so lange nicht Weltmeister wurde, ist noch einmal eine weitere Motivation für uns.“ Für die künftige Bensheimerin begann vor zwei Jahren ebenfalls in China ein spannender Aufstieg. Damals wurde sie kurz im Vorfeld der U18-WM nachnominiert und schaffte es ins Allstar-Team des Turniers. „Ich freue mich sehr darüber, was ich seitdem erreicht habe und wir morgen erreichen können.“
Ziel für das Endspiel ist ein genauso erfolgreicher Ausgang wie beim bislang einzigen deutschen U20-Weltmeistertitel im Jahr 2008 in Mazedonien, als Dänemark mit 25:23 geschlagen wurde. Sechs Jahre später stand man sich im kleinen Finale noch einmal gegenüber – diesmal mit dem besseren Ende für die Rot-Weißen (21:20). Zur zeitlichen Einordung des Gold-Triumphs von Mazedonien 2008: Christopher Nordmeyer war damals als Spieler mit dem TSV Burgdorf in die 1. Liga aufgestiegen und die Geburt von Lisa Lammich, das Küken im aktuellen WM-Aufgebot, stand zwei Monate bevor.
Als U19-Europameisterinnen aus dem vergangenen Jahr gingen die deutschen Spielerinnen als die Gejagten ins Turnier, aber auch diese Rolle meisterten sie mit ihrer handballerischen Klasse und gesammeltem Erfahrungsschatz. Am Sonntag werden zehn Spielerinnen den Bundesadler tragen, die 2025 den EM-Titel gewannen. Auch für die im Turnierverlauf leider verletzt ausgeschiedenen Merle Muth und Hannah Gutzeit wäre es die zweite Goldmedaille innerhalb von knapp zwölf Monaten. „Niemand stand vor der Angst, etwas verteidigen oder sich neu beweisen zu müssen. Jede einzelne Spielerin ist seitdem besser geworden und hat hart daran gearbeitet, um das Unmöglich möglich zu machen“, sagt Trainer Nordmeyer und meint damit den Doppelschlag aus U19-EM- und U20-WM-Titel. Das gelang bislang lediglich Norwegen in den Jahren 2009 und 2010 sowie Dänemark in 2015 und 2016.
Deutschland gegen Dänemark – das wird das Aufeinandertreffen zwischen den beiden Teams mit den meisten Toren pro Spiel bei diesem Turnier (36,1 bei Dänemark, 35,7 bei Deutschland), der Mannschaft mit den meisten Steals (Deutschland: 9,5 pro Spiel) und der mit den wenigsten technischen Fehlern (Dänemark: 9,7 pro Spiel) sowie der besten Wurfquote (Dänemark: 69,1 Prozent). Vor einem Jahr gewann die DHB-Auswahl das EM-Halbfinale mit 37:31. Nun muss Christopher Nordmeyer, der bei der Vorbereitung auf die Gegner große Unterstützung durch Frauen-Bundestrainer Markus Gaugisch und dessen Co. Frederick Griesbach erfährt, sein Team auf eine fast komplett neue dänische Mannschaft einstellen. „Sie spielen ganz anders, setzen mehr auf Zweikämpfe und Isolationen und verteidigen mit einem neuen Deckungssystem, das wir entschlüsseln müssen. Es kommt viel Neues auf uns zu.“