Starkes Kollektiv: Die deutsche Mannschaft genießt in China großartige Unterstützung durch mitgereisten Familien. Auch die Volunteers spüren die große Einheit rund um das Team. - Foto: DHB
Starkes Kollektiv: Die deutsche Mannschaft genießt in China großartige Unterstützung durch mitgereisten Familien. Auch die Volunteers spüren die große Einheit rund um das Team. - Foto: DHB

Nordmeyer: Unsere Frische ist eine gute Voraussetzung

01.07.2026 | U-Teams

 

Weibliche U20 trifft am Donnerstag im WM-Viertelfinale auf Norwegen

„Ich will immer jedes Spiel gewinnen“, sagt Kim Ott vor dem WM-Viertelfinale der deutschen U20-Nationalmannschaft weiblich am Donnerstag ab 12.30 Uhr (live bei Dyn). Das macht für die Rückraumspielerin die Partie gegen Norwegen zu einer wie jede andere. „Aber der Druck ist natürlich etwas größer. Eine Niederlage, und du bist raus“, weiß die 20-Jährige, die zur neuen Saison zum Bergischen HC wechselt. Mit dem Thema Druck kann das Team von Trainer Christopher Nordmeyer allerdings umgehen. Das zeigte sie auf dem Weg zum Europameisterschaftsgewinn vor einem Jahr und die bislang gezeigten Leistungen in China stärken das Selbstvertrauen ebenfalls. Da dürfte auch der Last-Second-Sieg gegen Spanien in der Hauptrunde noch einmal einen Energieschub verliehen haben. „Wir können Norwegen schlagen, müssen das aber auch zeigen“, so Nordmeyer.

Diese WM präsentiert der DHB-Auswahl die ganze Palette an gegnerischen Stilarten. Da waren zum Beispiel in der Hauptrunde die wuseligen, wendigen Südkoreanerinnen, jetzt kommt geballte skandinavische Körperlichkeit. „Norwegen ist eine klassische skandinavische Mannschaft mit riesengroßen 1,90-Meter-Spielerinnen, die von hinten schmeißen können. Wir müssen früh da sein und im Angriff mit viel Bewegung den Block aushebeln“, gibt Nordmeyer Einblicke in seine taktischen Pläne. Norwegen verlor in der Vorrunde überraschend gegen Japan, spürt durch den Hauptrundensieg gegen Ungarn am Dienstag jetzt aber deutlichen Rückenwind.

Neben dem Glauben an die eigene Stärke und der Überzeugung, auch Spiele, in denen man zwischenzeitlich deutlich zurückliegt, noch für sich entscheiden zu können (29:28 nach 7:14 gegen Spanien), zählt der ausgeglichene Kader zu den Stärken der als kollektiv funktionierenden deutschen Mannschaft. „Wer auf wenige Spielerinnen setzt, spürt am Ende eine große Müdigkeit und kassiert Niederlagen. Das zeigt die Erfahrung. Es zahlt sich in jedem Spiel in der zweiten Halbzeit aus, wenn die Spielerinnen noch frisch sind“, betont Nordmeyer. Und das sind seine Schützlinge. „Wir werten jeden Tag unsere Daten aus, die zeigen, dass alle fit sind. Sich nach fünf Spielen noch frisch zu fühlen, ist eine gute Voraussetzung für das restliche Turnier.“

Deutschland begeistert bislang bei dem Turnier in Fernost mit handballerischer Klasse, Teamgeist und Zusammenhalt. Dazu trägt auch das Zusammenspiel mit den unterstützenden Eltern und Familien bei. Rund 30 mitgereiste WM-Touristen stärken dem Team den Rücken. „Dieser Support ist für uns wichtig und schön. Die positive Energie von der Tribüne gibt uns auf dem Feld neue Energie“, genießt Kim Ott die Atmosphäre. „Auf der Tribüne gewinnen wir immer, lautstärkemäßig befinden wir uns immer in der Überzahl. Das hilft der Mannschaft.“