Weltmeisterinnen zurück in Deutschland. - Foto: René Weiss
Weltmeisterinnen zurück in Deutschland. - Foto: René Weiss

Rückkehr der Weltmeisterinnen

07.07.2026 | U-Teams

 

Am Montag landete der Gold-Flug aus China in Frankfurt

Auf den letzten Metern vor dem Empfang dauerte es bei der Gepäckausgabe dann doch noch ein paar Minuten, aber die Mitreisenden auf Flug aus Peking nach Frankfurt, die schon vorher ins Terminal des Frankfurter Flughafens traten, versicherten den draußen wartenden Familien: „Sie kommen gleich. Ein paar Minuten noch.“ Um 17.55 Uhr am frühen Montagabend, also 28 Stunden nach dem feststehenden Gewinn der U20-Weltmeisterschaft, traten die Goldmedaillengewinnerinnen dann in den öffentlichen Bereich. Empfangen mit großem Beifall, Deutschland-Flaggen und Willkommensschildern.

Jana Walther und Farrelle Njinkeu machten den Anfang und präsentierten stolz die mächtige WM-Trophäe. Die Weltmeisterinnen hatten nach ihrem zweiwöchigen Abenteuer in China wieder heimischen Boden unter den Füßen. Genau dort, wo viele von ihnen schon vor einem Jahr nach dem Europameisterschafts-Sieg gestanden hatten. DHB-Vorstand Sport Ingo Meckes gratulierte als erstes und sprach im Mannschaftskreis seine höchste Anerkennung für die gezeigten Leistungen aus. Niemals vergessen wird Kapitänin Marleen Kern den Moment der Pokalübergabe in Jinzhong. „Es war ein unbeschreiblich tolles Gefühl, am Ziel angekommen zu sein. So lange haben wir darauf hingearbeitet.“

DHB-Vorstand Sport Ingo Meckes begrüßt die Weltmeisterinnen. - Foto: René Weiss
DHB-Vorstand Sport Ingo Meckes begrüßt die Weltmeisterinnen. - Foto: René Weiss

Trainer Christopher Nordmeyer hatte gleich die komplette Gold-Ausbeute aus den vergangenen zwölf Monaten um den Hals hängen: sowohl die EM- als auch die WM-Medaille. Es hatte einen Hintergrund aus der psychologischen Trickkiste: „Einen Trumpf wollte ich mir für das letzte Spiel aufheben: Alle haben die Medaille noch einmal angefasst, damit sie den Spirit bekommen, wieder Gold holen zu wollen. Am Ende haben wir eine noch schönere Medaille bekommen.“ Nordmeyer genoss die Zeit in den Reihen seiner erfolgreichen Mannschaft. „Es ist super, wenn man eine Mannschaft führt, die man nicht führen muss, weil sie selbst so professionell agiert. Dieses Turnier war wie ein Traum.“

Die Mannschaft holte sich auf dem Weg ins Finale so viel Sicherheit, dass es keine Zweifel am eigenen Erfolg gab. „Ich hatte es früh im Gefühl, dass wir das Spiel gewinnen werden. Wir sind natürlich froh, dass es so gekommen ist“, strahlte Rechtsaußen Farrelle Njinkeu, die dem Team mit ihrer Erfahrung aus der Bundesliga und ihren ersten Erfahrungen bei der Frauen-Nationalmannschaft einen wichtigen Input gab: „Ich glaube, dass die Spielerinnen, die schon mehr Erfahrung mitbringen, der Mannschaft Sicherheit geben, was sich auf das Gesamtgefüge auswirkt.“

Mit der Medaille um den Hals und einer besonderen Auszeichnung im Gepäck kehrten Chiara Rohr und Ruslana Litvinov nach Deutschland zurück. Rohr zählt auf Linksaußen zum All-Star-Team, Litvinov wurde zur wertvollsten Spielerin der Weltmeisterschaft gewählt. Beide stellten trotzdem den Mannschaftserfolg in den Mittelpunkt. „Es ist unbeschreiblich, nach dem wir Europameister geworden waren jetzt auch als Weltmeister nach Deutschland zurückzukehren“, sagte Rohr. Litvinov berichtete von einem Sonntagabend, ganz im Zeichen des Feierns und einer für sie großen Überraschung, China als WM-MVP zu verlassen. „Damit habe ich nicht gerechnet. Umso größer ist die Ehre für mich.“ Etwas Wehmut war am Montag bei aller Freude auch dabei. Die Weltmeisterschaft war das letzte gemeinsame Kapitel für die Jahrgänge 2006/07. Litvinov: „Alle haben ein paar Tränen verdrückt.“

René Weiss