U20 beendet Vorrunde ohne Verlustpunkt
Ungefährdeter Sieg gegen Griechenland zum Abschluss der Gruppenphase
Die deutsche U20-Nationalmannschaft männlich hat die Vorrunde der Europameisterschaft in Rumänien mit der idealen Bilanz von drei Siegen aus drei Spielen abgeschlossen. Bereits nach dem 24:21 gegen Portugal am Donnerstag hatte man als Hauptrunden-Teilnehmer festgestanden, jetzt meisterte der U19-Weltmeister auch die Aufgabe Griechenland souverän. Gegen den Underdog in Gruppe A lautete der Endstand 28:19 (14:9). Die starke Deckung inklusive der Torhüter Anel Durmic (41 Prozent) und Finn Knaack (37 Prozent) musste nur 16 Feldtore hinnehmen. „Wir haben heute unsere Pflichtaufgabe erfüllt. Mit der Abwehr können wir in einigen Phasen zufrieden sein. Im Angriff hatten wir noch Luft nach oben“, fasste U20/U21-Bundestrainer Martin Heuberger zusammen.
Er achtete vor dem Start in die Hauptrunde mit Spielen am Montag und Dienstag – die Gegner stehen erst am Samstagabend fest, wenn das Ergebnis aus der Partie Schweiz gegen Färöer Inseln feststeht – wie angekündigt auf die Verteilung der Kräfte. Diesmal legten im Rückraum Johan Rohwer, Caspar Gauer und Leonard Zink los, am Kreis startete Julius Hein und auf den Außen gehörte der Beginn Tom Koschek sowie Julien Sprößig. Im Tor erhielt Anel Durmic in der ersten Hälfte seine Spielzeit und stand mit einer Quote von 41 Prozent wie ein Fels in der Brandung. Ein partierter Siebenmeter von Daniil Saltiel war der perfekte Einstand für den Schlussmann des TV Großwallstadt. Erst nach acht Minuten kassierte die defensiv größtenteils sicher stehenden Deutschen den ersten Gegentreffer, bis dahin hatten sie durch Koschek (2) und Rohwer vorgelegt. Bis gegen Mitte des ersten Abschnitts (7:5 für Deutschland) hielten die Helenen mit, dann fand die Heuberger-Sieben auch im gebundenen Spiel besser ihren Rhythmus und erhöhte durch Caspar Gauer mit einem 5:0-Lauf auf 12:5 (24.). Der Favorit hatte die Kontrolle übernommen, konnte ab der 25. Minute aber nicht mehr auf den angeschlagenen Gauer zurückgreifen.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam mit Finn Knaack im Kasten, sowie Monty Kleinsteuber, William Reichardt, Rasmus Ankermann, Noah Hensen, Anton Voß und Bennet Strobel eine komplett neue Formation aufs Feld. Weiterhin taten sich die Griechen gegen Deckung und Torwart schwer. Im deutschen Angriff gaben die Außen im Tempospiel den Takt vor. Mit einigen einfachen Toren wuchs der Vorsprung bis zur 39. Minute auf 19:11. In den Minuten danach ließ der Fokus nach. Das bereits erreichte Teilziel und die klare Führung machten sich in einigen Aktionen bemerkte. Die Folge: Griechenland verkürzte zum 15:20 (47.). „So ist es, wenn man mit 80 und nicht mit 100 Prozent spielt. Aber ich bin mir sicher, dass die Mannschaft daraus lernen wird“, kommentierte der Bundestrainer. „Wir hatten leider zu viele Fehlwürfe und technische Fehler, sodass Griechenland noch einmal etwas herangekommen ist. Aber dann haben wir kühlen Kopf bewahrt“, schilderte Torwart Durmic.
Tore von Koschek, Ankermann und Strobel zum 23:16 rückten die Verhältnisse wieder zurecht (50.). Das von 28:18 durch Deutschlands Player of the match Rohwer bedeutete die erstmalige Zehn-Tore-Führung, ehe der finale Siebenmeter von Fotios Tzioumas dem Gruppensieger die Einstellung eines Bestwertes kostete. 19 Gegentore waren die zweitwenigsten Gegentreffer für eine deutsche U20-Mannschaft bei einem EM-Endrundenspiel. Eins mehr als 2014 beim 32:18 gegen die Slowakei.
Am Sonntag haben alle Mannschaften in Rumänien Ruhetag. Danach wird es in der Hauptrunde ernst. Heuberger: „Ich gehe nach unserem Spiel gegen Griechenland von einem Lerneffekt aus. Die Mannschaft ist jung und entwicklungsfähig.“
Deutschland: Knaack, Durmic – Koschek (5/3), Kleinsteuber (2), Zink (1), Rohwer (4), Voß (2), Ankermann (2), Reichardt (1), Gauer (2), Hensen (1), Hein (2), Strobel (3), Sprößig (2), Wolf, Willax (1).
Schiedsrichter: Genc Bujupi/Getoar Bujupi (Kosovo).
Zeitstrafen: Griechenland 2 – Deutschland 5.
Siebenmeter: Griechenland 4/3 – Deutschland 3/3.