Tom Koschek. - Foto: Flaviu Buboi / FRH
Tom Koschek. - Foto: Flaviu Buboi / FRH

U20 erreicht das EM-Viertelfinale

13.07.2026 | U-Teams

 

Deutschland erhöht Tempo und schlägt die Schweiz mit 32:30

Die männliche U20-Nationalmannschaft des DHB zählt bei der Europameisterschaft in Rumänien zu den acht besten Mannschaften und wird somit am Donnerstag im Viertelfinale auflaufen. Weil am zweiten und letzten Hauptrundenspieltag nur noch die Schweiz oder Frankreich nach Zählern mit den weiterhin verlustpunktfreien Deutschen gleichziehen können, hat man den Einzug in die erste K.o.-Runde bereits sicher. Das ist das Ergebnis aus einem verdienten 32:30 (15:15)-Sieg über die Schweiz. „Die Breite unseres Kader war ausschlaggebend“, sagte U20/U21-Bundestrainer Martin Heuberger.

Eine um zehn Prozent bessere Angriffs- und Wurfeffektivität als in den Vorrundenspielen gegen Griechenland und Portugal sowie erstmals weniger als zehn technische Fehler im Laufe eines Spiels bei diesem Turniers sprachen für eine deutlich verbesserte Offensivleistung. Deutschland trat temporeicher und entschlossener auf, ließ den Ball druckvoller durch die eigenen Reihen kreiseln. Das machte sich von Anfang an bemerkbar. Getragen von Rasmus Ankermann, der schon nach einer Viertelstunde bei fünf Toren und einem Steal stand, holte sich das Heuberger-Team im Angriff die Sicherheit, die es haben wollte.

Das Schweizer Angriffstempo, mit dem die Eidgenossen durch die Vorrunde gepflügt waren, machte auch der besten Abwehr des Turniers zu schaffen. Tiago Cuencas (12 Tore) und Nils Epp (6) wirbelten mit flotten Beinen und hoher Explosivität. So blieb das schnelle, angriffsgeprägte Spiel in der ersten Halbzeit offen. Trotz guter Offensive lag der U19-Weltmeister nach 17 Minuten mit 8:10 hinten, aber das brachte einen nicht aus der Ruhe. Indem sich die Deckung steigerte und zwischen der 21.und 29. Minute nur einen Gegentreffer kassierte, egalisierten die DHB-Talente das Ergebnis zur Pause. Tom Koscheks Siebenmeter zum 15:15 sorgte für gleiche Voraussetzungen für die zweite Halbzeit.

In der entschied sich Heuberger, gut 20 Minuten lang ohne Kreisläufer und dafür mit vier Rückraumspielern zu agieren. William Reichardt, Caspar Gauer, Rasmus Ankermann und Leonard Zink bildeten nach Wiederbeginn dieses Quartett. Gauer war im Spiel gegen Griechenland umgeknickt und konnte nur dank der erstklassigen medizinischen und physiotherapeutischen Betreuung spielen. „Ich bin sehr dankbar dafür. Diese Unterstützung gibt ein gutes Gefühl“, sagte der Leipziger.

Gegen konditionell nachlassende Schweizer, die weniger adäquate Wechselalternativen auf der Bank haben, setzte sich Deutschland mit jetzt besserer Hintermannschaft auf 24:20 ab (43.). Vor allem den Außen wie Koschek, mit sieben Toren durch die EHF zum deutschen Player of the match gewählt, boten sich Freiräume, auch einige Gegenstöße trugen zum Vier-Tore-Vorsprung bei. „Ich hatte nie das Gefühl, dass noch etwas passieren kann. Auch wenn immer alles möglich ist, vor allem, wenn ein Gegner so hohes Tempo geht wie die Schweizer es getan haben“, kommentierte Heuberger. Eine kurzfristige Rückkehr zur Aufstellung mit drei Rückraumspielern und Kreisläufer brachte noch einen kleinen Bruch ins Spiel, den Heuberger in der Auszeit wieder korrigierte. Ein Doppelpack von William Reichardt zum 31:27 sowie die elfte Parade von Finn Knaack machten endgültig alles klar.

Im zweiten Hauptrundenspiel gegen die Färöer, die am Montag mit 23:38 gegen Frankreich unterlagen, heißt es am Dienstag ab 18.30 Uhr (kostenpflichtiger Livestream auf www.ehftv.com) im Hinblick auf das Viertelfinale im Rhythmus zu bleiben. „Wir werden mit den Kräften etwas haushalten, aber wollen natürlich auch gegen die Färöer gewinnen“, macht Heuberger die Zielsetzung klar, die da heißt: fünfter Sieg im fünften Spiel. „Dafür werden wir alles geben“, verspricht Spielmacher Gauer.

Deutschland: Knaack, Durmic – Koschek (7/2), Kleinsteuber, Zink (3), Rohwer (2), Voß (2), Ankermann (9), Reichardt (3), Gauer (2), Hensen (3), Hein, Strobel, Sprößig (1), Wolf, Willax.
Schiedsrichter: Ioannis Fotakidis/Charalampos Kinatzidis (Griechenland).
Zeitstrafen: Deutschland 2 – Schweiz 1.
Siebenmeter: Deutschland 4/2 – Schweiz 5/3.