Zwei knackige Aufgaben in der EM-Hauptrunde
Bekannte Gegner: Deutschland trifft auf die Schweiz und die Färöer
Die Jagd nach dem Titel geht für 12 von 24 Mannschaften bei der U20-Europameisterschaft männlich ab Montag in die nächste Phase. Die bessere Hälfte des Teilnehmerfeldes qualifizierte sich für die drei Hauptrundengruppen – auch die deutsche Mannschaft zählt nach drei Siegen gegen Frankreich, Portugal und Griechenland dazu. „Wir müssen konsequent und hart arbeiten, um in der Hauptrunde eine Chance zu haben. Mit der optimalen Punktausbeute sind wir natürlich zufrieden“, blickt U20/U21-Bundestrainer Martin Heuberger voraus. Die Vorrunde begann am Mittwoch mit dem Spiel gegen Frankreich, die zweite Turnierphase wird am Montag, 18.30 Uhr, gegen die Schweiz eingeläutet. Die Parallele: Beide Teams konnte die DHB-Auswahl vor zwei Wochen bei der Airport Trophy in Kloten schlagen. Das ist vielleicht gut für den Kopf, aber diese Ergebnisse spielen jetzt in Cluj keine Rolle mehr. Schon das Frankreich-Spiel war deutlich ausgeglichener verlaufen als das Aufeinandertreffen in der Vorbereitungsphase, auch gegen die Eidgenossen erwartet der U19-Weltmeister von Kairo 2025 eine schwierige Aufgabe.
Die Heuberger-Sieben stellt bislang mit nur 70 Gegentoren, was vor allem aufgrund der Partien gegen die starken Franzosen und Portugiesen nicht zu verachten ist, die beste Abwehr des Turniers. „Wir stellen ein richtiges Bollwerk. Ich denke dagegen werden es auch die Schweizer schwerer haben als in der Vorrunde“, so Heuberger. Im Angriff kann man aber noch eine Schippe drauflegen. „Wir hatten teilweise zu viele Fehlwürfe und technische Fehler in unserem Spiel“, blickt der Bundestrainer zurück, der sich hier noch mehr Konstanz und vor allem mehr Effizienz im Tempospiel wünscht. „Da haben wir noch Potenzial. Auch im Ballfluss können wir uns noch steigern.“ Verlassen kann er sich aber auf die Willensstärke und Ausgeglichenheit seines Kaders. Spiel für Spiel machen andere auf sich aufmerksam, auch von der Bank bringen die Joker regelmäßig neue Impulse ein. „In diesem Bereich sind wir fast allen Mannschaften voraus. Das ist ein Vorteil für uns macht es den Gegnern schwer, sich auf uns vorzubereiten. Mit unseren vielen Möglichkeiten und Variablen kann sich diese Stärke im weiteren Turnierverlauf noch positiv für uns auswirken“, ist sich Rechtsaußen Julien Sprößig sicher.
Erst am Samstagabend wusste der deutsche Tross final, dass neben der Schweiz die Färöer-Inseln der zweite Hauptrundengegner sein werden. Am verrückten letzten Spieltag unterlag Serbien überraschend der Türkei, sodass die Färinger im Dreiervergleich mit den punktgleichen Serben und Türken das beste Torverhältnis auf ihrer Seite hatten.
Nicht nur durch die Videoanalysen der drei Vorrundenspiele, sondern auch anhand der eigenen Erfahrungen kann Deutschland abschätzen, was einen am Montag und Dienstag erwartet: Bei den Schweizern ist es eine formstarke Einheit um Torjäger Tiago Cuencas, der mit 31 Treffern nach der Vorrunde die Torschützenliste anführt (Heuberger: „Er wirbelt hier alles durcheinander“). Schon bei der Airport Trophy war er Torschützenkönig geworden. „Wenn wir unsere Abwehr so gut auf die Platte bekommen wie bislang, haben wir gute Chancen, auch gegen die Schweiz zu gewinnen“, glaubt Julien Sprößig. Die Färöer waren auf dem Weg zum Weltmeistertitel in Ägypten deutscher Vorrundengegner und dabei das einzige Team im Turnierverlauf, gegen das man nicht gewann (28:28). 15 von 16 Spielern aus diesem Kader sind auch jetzt in Rumänien dabei. Die Ergebnisse gegen die Schweiz (23:40) und Serbien (31:32) sind also kein Grund, die Mannen aus dem Nordmeer zu unterschätzen. „Die Färöer lassen den Ball gut laufen und haben uns vor einem Jahr mit einer offensiven Deckung Probleme bereitet. Aber ich denke, dass wir hier gute Lösungen dagegen parat haben“, ist Monty Kleinsteuber zuversichtlich.